Einen Tag nach der Wahl Beckstein äußert Vorbehalte gegen Transrapid

Überraschung in München: Nur einen Tag nach seiner Wahl ist Bayerns Ministerpräsident Beckstein auf Distanz zu der geplanten Transrapid-Strecke gegangen. Sollte die Trasse mehr kosten als bislang veranschlagt, "ist Bayern nicht mehr dabei".


München - Der Finanzierungsplan für die Münchner Transrapid-Trasse sieht Kosten von insgesamt 1,85 Milliarden Euro vor. Sollte diese Summe überschritten werden, will sich der neue bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) aus dem Projekt verabschieden. In diesem Fall "ist Bayern nicht mehr dabei", sagte Beckstein im Bayerischen Rundfunk.

Transrapid-Animation: Genaue Kosten ermitteln
DDP

Transrapid-Animation: Genaue Kosten ermitteln

Die Landesregierung sei mit dem derzeit vereinbarten bayerischen Beitrag in Höhe von 490 Millionen Euro an die Grenze des Leistbaren gegangen. Deshalb sei es nötig, dass nun die genauen Kosten des Projekts ermittelt würden, sagte Beckstein. Grundsätzlich halte er die zwischen dem Münchner Flughafen und dem Hauptbahnhof geplante Trasse aber für ein hervorragendes High-Tech-Projekt.

Becksteins Vorgänger Edmund Stoiber hatte nur wenige Tage vor seinem Rücktritt mit der Deutschen Bahn und den am Transrapid-Bau beteiligten Industrie-Konzernen eine Realisierungsvereinbarung geschlossen. Kritiker des Projekts sprachen deshalb von einem "Abschiedsgeschenk für Stoiber".

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte erklärt, er erwarte deutlich höhere Kosten als die anvisierten 1,85 Milliarden Euro. Auch Steinbrück schloss aber eine Erhöhung des vom Bund zugesagten Beitrags in Höhe von 925 Millionen Euro aus.

wal/AFP



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