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Einkommen: Frauen verdienen im Schnitt 24 Prozent weniger als Männer

Von wegen Gleichberechtigung: Frauen werden deutlich schlechter bezahlt als Männer. Nach einer neuen Erhebung des Statistischen Bundesamtes gibt es keinen einzigen Wirtschaftszweig, in dem weibliche Angestellte mehr verdienen.

Wiesbaden - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Das gilt in Deutschland noch immer nicht, hat das Statistische Bundesamt in einer Erhebung festgestellt: Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag im Jahr 2006 24 Prozent unter dem von Männern.

Kellnerin auf einem Volksfest: Geringe Unterschiede im Gastgewerbe
DPA

Kellnerin auf einem Volksfest: Geringe Unterschiede im Gastgewerbe

Im Schnitt erhalten Frauen 14,05 Euro in der Stunde, Männer 18,38 Euro. Der Gehaltsunterschied zieht sich quer durch die Branchen: In keinem Wirtschaftszweig verdienten Frauen im Schnitt mehr als Männer.

Die Statistiker haben für das Jahr 2006 europaweit eine neue Methode angewandt. Einheitliche und einzige Datenquelle ist die Verdienststrukturerhebung, die fast die gesamte Wirtschaft abdeckt. So erscheint der Gehaltsunterschied noch drastischer als früher: Laut den alten Berechnungen wurde der Verdienstabstand mit 22 Prozent angegeben.

Die größten Unterschiede gab es der Statistik zufolge bei unternehmensnahen Dienstleistungen. Dort bekommen Männer brutto fast 30 Prozent mehr als Frauen. Auch im Kredit- und Versicherungswesen sind die Unterschiede deutlich: Dort verdienen Frauen 29 Prozent weniger, im verarbeitenden Gewerbe sind es 28 Prozent.

Im Westen ist der Unterschied sogar noch größer als im Osten: Im früheren Bundesgebiet liegt der Gehaltsunterschied von Männern und Frauen bei 25 Prozent. In den neuen Ländern sind es nur 6 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass Männer im Westen durchschnittlich 49 Prozent mehr verdienen als im Osten. Bei Frauen beträgt die Differenz 19 Prozent.

Am geringsten fallen die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen im Bergbau aus, dort liegt der Abstand bei 5 Prozent, im Gastgewerbe sind es 13 Prozent.

Auch nimmt der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit steigendem Alter zu.

Bei den 25- bis 29-Jährigen betrug er durchschnittlich 10 Prozent, bei den 30- bis 34-Jährigen bereits 15. Die Erklärung dafür ist einfach: In diese Lebensphase werden viele Frauen schwanger. Bei den 35- bis 39-Jährigen erhöht sich der Verdienstabstand dann auf 22 Prozent. Bei den 60-Jährigen und Älteren war er mit 31 Prozent am größten.

Wie viel Frauen pro Stunde weniger verdienen - sortiert nach Branchen
Unternehmensnahe Dienstleistungen 30%
Kredit- und Versicherungsgewerbe 29%
Verarbeitendes Gewerbe 28%
Auto- und Gebrauchsgüterhandel und Reparatur 25%
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen 25%
Sonstige Dienstleistungen 22%
Energie- und Wasserversorgung 21%
Erziehung und Unterricht 16%
Baugewerbe 14%
Gastgewerbe 13%
Bergbau 5%

cvk/dap-AFX/AFP/AP/ddp

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Forum - Lohnunterschiede bei Frauen und Männern - was muss geschehen?
insgesamt 541 Beiträge
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1. So nicht existentes Problem
Schuster456 26.08.2008
Zitat von sysopEine neue Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass Frauen in sämtlichen untersuchten Branchen weniger verdienen als ihr männliches Pendant. Was denken Sie muss getan werden, damit gilt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?
Journalistisch mal wieder eine ganz miese Leistung. Dabei ist der SPON-Artikel noch besser als die Sysop-Fragestellung. Im Artikel ist nämlich immerhin ganz am ende der wahre Grund für den Unterschied vermerkt: Frauen bekommen für gleiche Arbeit das gleiche Geld, aber sie arbeiten eben weniger. Die wahre Fragestellung müßte also luaten: "Soll das Elterngeld in voller Höhe dem Arbeitsentgelt entsprechen und während der gesamten Dauer der Elternzeit gezahlt werden.
2. Immer dieselben Albernheiten
dischu 26.08.2008
Zitat von sysopEine neue Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass Frauen in sämtlichen untersuchten Branchen weniger verdienen als ihr männliches Pendant. Was denken Sie muss getan werden, damit gilt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?
Statistisch mag das alles stimmen. Falsch ist hingegen die Behauptung, es würde sich um eine Diskriminierung handeln. Diese Differenz nach dem allbekannten Äpfel-und-Birnen-Pinzip kommt nicht zustande, weil Frauen als Frauen diskriminiert werden sondern weil es Frauen nicht nötig haben, schon bei der Berufs oder auch der Studienwahl darauf zu achten, dass man später auch eine möglichst gut bezahlte Arbeit bekommt. Denn Frauen bilden sich auch heute mehrheitlich noch ein, dass der Mann die Familie ernähren müsste. Eine Vielzahl weiterer Fehlentscheidungen im Berufsleben, die mangelnde Bereitschaft zu Überstunden (was sich auch darin äußert, dass nur wenige Frauen stressige Führungspositionen anstreben) und die fehlende Notwendigkeit, mehr Geld nach Hause zu bringen und damit verbunden eine geringere Bereitschaft, über das Gehalt zu verhandeln oder auch nur eine Vollzeitstelle anzunehmen … all das und noch viele weitere, von Frauen selbst änderbaren Ursachen führen zu den niedrigeren Durchschnittslöhnen, hausgemacht, eigenverantwortlich. Bei Männern sagt man „Selbst daran schuld“, bei Frauen spricht man von „Diskriminierung“. Hochgradig albern, aber modern. Gefördert von einem Heer hochsubventionierter Gleichstellungsbeauftragter und Politiker(innen), die davon leben und denen echte Frauendiskriminierungen ausgegangen sind. Was muss getan werden? Frauen müssen sich einfach von ihren eigenen, völlig überholten Rollenklischees verabschieden und anstatt zu jammern die Chancen ergreifen, die ihnen seit fast 4 Jahrzehnten auf dem silbernen Tablett hinterher getragen werden. Die Politik ist an dieser Stelle machtlos, denn die einzigen, die tatsächlich etwas daran ändern können, sind die Frauen selbst!
3. ...
oetzmann, 26.08.2008
Ich würde mal sagen: (Nahezu) Völliger Quatsch ! Dass Frauen in manchen Branchen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen mag stimmen. Dass Frauen in Top-Positionen immer noch selten sind ebenso. Beide weder gerecht, noch wünschenswert ! Ich bin Kinderkrankenpfleger (also in einem typischen Frauenberuf) und verdiene eher weniger als meine Kolleginnen - dazu kommt der versteckte Sexismus mir als Mann gegenüber (nein, das Klo auf der Station ist für die Frauen, du kannst da hinten gehen; nein, die Umkleide direkt an der Station ist für Frauen, du musst erstmal durchs ganze Krankenhaus laufen etc.). Dazu kommt, dass Führungspositionen - zumindest in der Pflege - zumeist von Frauen eingenommen werden, bei generell geringen Aufstiegschancen. Ich würde also meinen Arbeitgeber zu gerne mal fragen wo denn meine 25% mehr Lohn bleiben... Oetzmann. PS: Ich bin gerade für 10 Monate in Elternzeit - versaue ich jetzt den Schnitt für uns Männer ? ;)
4. Richtig schlecht.
dbalzert, 26.08.2008
Hallo Also dieser SPON Artikel ist wirklich einer der schlechtesten die ich in langer Zeit hier gelesen habe. Wenn der "Redakteur" sich auch nur die Muehe gemacht haette auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes vorbei zu schauen anstatt ihrer/seiner politsch verblendete Meinung (boese welt zahlt frauen bei gleicher arbeit weniger lohn) zu froenen, dann waere wohl aufgefallen, dass gleiche arbeit gleichem lohn in Deutschland sehr wohl entspricht. nur wer den geringer bezahlten job nimmt, teilzeit arbeitet, 20 jahre wegen kindern zu hause bleibt verdient auch weniger als jemand, der sein leben lang vollzeit gearbeitet hat. voellig egal ob mann oder frau. mfg david
5.
Wiing, 26.08.2008
Zitat von dischuStatistisch mag das alles stimmen. Falsch ist hingegen die Behauptung, es würde sich um eine Diskriminierung handeln. Diese Differenz nach dem allbekannten Äpfel-und-Birnen-Pinzip kommt nicht zustande, weil Frauen als Frauen diskriminiert werden sondern weil es Frauen nicht nötig haben, schon bei der Berufs oder auch der Studienwahl darauf zu achten, dass man später auch eine möglichst gut bezahlte Arbeit bekommt. Denn Frauen bilden sich auch heute mehrheitlich noch ein, dass der Mann die Familie ernähren müsste. Eine Vielzahl weiterer Fehlentscheidungen im Berufsleben, die mangelnde Bereitschaft zu Überstunden (was sich auch darin äußert, dass nur wenige Frauen stressige Führungspositionen anstreben) und die fehlende Notwendigkeit, mehr Geld nach Hause zu bringen und damit verbunden eine geringere Bereitschaft, über das Gehalt zu verhandeln oder auch nur eine Vollzeitstelle anzunehmen … all das und noch viele weitere, von Frauen selbst änderbaren Ursachen führen zu den niedrigeren Durchschnittslöhnen, hausgemacht, eigenverantwortlich. Bei Männern sagt man „Selbst daran schuld“, bei Frauen spricht man von „Diskriminierung“. Hochgradig albern, aber modern. Gefördert von einem Heer hochsubventionierter Gleichstellungsbeauftragter und Politiker(innen), die davon leben und denen echte Frauendiskriminierungen ausgegangen sind. Was muss getan werden? Frauen müssen sich einfach von ihren eigenen, völlig überholten Rollenklischees verabschieden und anstatt zu jammern die Chancen ergreifen, die ihnen seit fast 4 Jahrzehnten auf dem silbernen Tablett hinterher getragen werden. Die Politik ist an dieser Stelle machtlos, denn die einzigen, die tatsächlich etwas daran ändern können, sind die Frauen selbst!
Dem kann man nichts mehr hinzufügen. Sehr scharfsinnig wiedergegeben. Genauso ist es.
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