EnBW E.on-Manager Villis ist Favorit für Claassen-Nachfolge

Für die Nachfolge von EnBW-Chef Claassen gibt es einen Favoriten: Einer Zeitung zufolge steht E.on-Manager Hans-Peter Villis bei vielen Beteiligten hoch im Kurs. Bis eine endgültige Entscheidung fällt, werden aber wohl noch Wochen vergehen.


Stuttgart - E.on-Manager Hans Peter Villis ist auf Bewerbungstour: Wie die "Stuttgarter Nachrichten" berichten, trafen sich Vertreter des EnBW-Großaktionärs OEW (Oberschwäbische Elektrizitätswerke) in Stuttgart mit Villis und gaben danach grünes Licht für die Wahl des 49-Jährigen. Zuvor habe sich bereits die EnBW-Arbeitnehmerseite mit dem Energiemanager getroffen. In der vergangenen Woche sei Villis darüber hinaus zu Gesprächen beim zweiten Großaktionär, der Electricité de France (EdF), in Paris gewesen. Wann Villis Claassen ablöse, dessen Vertrag bis Ende April 2008 läuft, sei unklar. Villis ist derzeit noch Finanzvorstand beim Energiekonzern E.on in Schweden.

EnBW-Aufsichtsratschef Claus Dieter Hoffmann sagte, der Bericht über Villis beruhe nur auf "Spekulationen". Bisher gebe es "keinerlei Entscheidungen der EnBW-Gremien". Zugleich bestätigte er aber "mehrere Vorstellungsgespräche" in den vergangenen Tagen. "Diese dienen der Vorbereitung einer Entscheidung", sagte er.

Laut "Stuttgarter Nachrichten" soll Villis am kommenden Donnerstag bei der EnBW-Aufsichtsratssitzung in Stuttgart offiziell vorgeschlagen werden. OEW-Präsident Kurt Widmaier sagte dagegen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", eine Entscheidung werde voraussichtlich noch nicht am Donnerstag, sondern auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrates fallen. Auch die "Süddeutsche Zeitung" zitierte am Montag einen Insider, demzufolge sich die Personalentscheidung über Wochen hinziehen könnte.

Claassen hatte angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Danach hatte es Spekulationen gegeben, der Manager könnte seinen Posten auch schon früher abgeben. Eine EnBW-Sprecherin sagte, die Bestellung des Vorstandschefs sei eine Angelegenheit des Aufsichtsrats. Zu dessen Angelegenheiten äußere sich das Unternehmen generell nicht.

ase/AP/dpa/ddp



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