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Ende des Abschwungs: Notenbank macht Europas Wirtschaft Hoffnung

Langsam kommt eine Stabilisierung der Wirtschaft in Sicht: Die EZB erwartet, dass der Abschwung bald endet und sich zumindest im Euro-Raum auf niedrigem Niveau stabilisiert. Einen schnellen Aufschwung dürfte es aber nicht geben.

Frankfurt am Main - Der Absturz der europäischen Wirtschaft verlangsamt sich: Die Konjunktur im Euro-Raum hat sich nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) im ersten Quartal 2009 zwar "wesentlich stärker" eingetrübt als im März erwartet. Dennoch seien in Umfragedaten erste Anzeichen einer Stabilisierung zu erkennen, "wenngleich auf sehr niedrigem Niveau", schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht Mai.

Hamburger Hafen: Hoffnung auf ein Ende des Absturzes
AP

Hamburger Hafen: Hoffnung auf ein Ende des Absturzes

Es gebe eine zunehmende Zahl positiver Signale, sagte EZB-Vizepräsident Lucas Papademos am Donnerstag bei einer Konferenz der Österreichischen Nationalbank in Wien. Deshalb sei eine Erholung eventuell früher möglich als bisher erwartet.

Bereits am Mittwoch hatte das Münchener Ifo-Institut erklärt, die Wirtschaftsstimmung im Euro-Raum habe sich im zweiten Quartal 2009 erstmals seit dem Herbst 2007 wieder verbessert. Der entsprechende Wirtschaftsklima-Indikator sei von 45,8 Punkten im Vorquartal auf 55,1 Punkte gestiegen, teilte das Institut mit. Der Anstieg geht vor allem auf verbesserte Erwartungen für die nächsten sechs Monate zurück.

Schwache Wirtschaft, aber kein Abschwung mehr

Ein schneller Aufschwung ist allerdings nicht in Sicht: Nach den aktuellen EZB-Prognosen dürfte sich die Wirtschaftstätigkeit in diesem Jahr weiterhin nur sehr schwach entwickeln. Eine allmähliche Konjunkturerholung werde erst 2010 einsetzen. Hoffnung schöpft die EZB unter anderem aus den seit Sommer 2008 deutlich gefallenen Rohstoffpreisen, die den Konsum ankurbeln dürften.

Außerdem sieht die Zentralbank derzeit keine Inflationsrisiken für die Euro-Zone. So habe sich das Geldmengen- und Kreditwachstum in den vergangenen Monaten weiter verlangsamt. Auch künftig dürfte die Preisentwicklung aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise und der Konjunkturschwäche gedämpft bleiben.

Eine EZB-Befragung bei Experten für das zweite Quartal hat demnach deutlich geringere Wachstums- und Inflationserwartung für 2009 und 2010 ergeben. Die Beobachter erwarteten für das laufende Jahr mit 0,5 Prozent nun eine niedrigere Inflationsrate. Bislang gingen sie von 0,9 Prozent aus. Für 2010 wurde die Teuerungsprognose von 1,6 Prozent auf 1,2 Prozent nach unter korrigiert. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflation von knapp unter zwei Prozent an.

Für das Wirtschaftswachstum zeigten sich die befragten Experten deutlich pessimistischer. Für das laufende Jahr wird nun ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,4 Prozent nach zuvor 1,7 Prozent erwartet. Die Erwartung für 2010 wurde um 0,4 Prozentpunkte auf 0,2 Prozent gekappt.

suc/dpa/dpa-AFX

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