Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Energiekrise: Südafrika erhöht Strompreise um 60 Prozent

Zur Fußball WM 2010 drohen sämtliche Lichter auszugehen: Das von einer chronischen Energiekrise geplagte Südafrika plant seine Strompreise um 60 Prozent zu erhöhen. Mit dem Geld sollen neue Kraftwerke finanziert werden.

Johannesburg - Die Anlagen sind veraltet, die Infrastruktur marode und kurz vor dem Zusammenbruch: Energie ist in Südafrika ein seltenes Gut, Stromausfälle gehören beinahe schon zur Tagesordnung. Der staatliche Stromkonzern Eskom will in den kommenden fünf Jahren rund 24 Milliarden Euro in den Bau neuer Kraftwerke und in die Modernisierung bestehender Anlagen investieren. Dafür braucht das Unternehmen Geld - und will deshalb die Stromgebühren um 60 Prozent erhöhen.

Kapstadt: Regierung rationiert Strom
DDP

Kapstadt: Regierung rationiert Strom

Zur Finanzierung des Mammutprojekts führte der Staat bereits im Februar eine obligatorische Stromabgabe ein. Die Regierung versucht außerdem, durch strenge Energierationierung der Lage Herr zu werden. Ganze Städte und Regionen werden teilweise vom Netz genommen, um landesweite Stromausfälle zu vermeiden.

Bis 2025 will Eskom-Chef Jacob Marogo die südafrikanischen Verbraucher dazu bringen, den Gegenwert von zwei Kraftwerken einzusparen. Damit ließe sich auch der Wasserverbrauch des Konzerns reduzieren, der zur Zeit bei etwa fünf Prozent der nationalen Frischwasserreserven liege, sagte er heute.

Problematisch sind die Energieprobleme vor allem in Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft, die Südafrika 2010 austrägt. Wegen der hohen Kupferpreise klauen Diebe zunehmend Telefon- und Stromkabel - und gefährden damit die Vorbereitungen für das Event. Im vergangenen Jahr legten die Kabeldiebe das halbe Land lahm: Fast eine Woche lang waren Zehntausende Haushalte in Johannesburg ohne Strom.

sil/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: