Energiestreit Russland pumpt wieder Gas nach Europa

Die wochenlange Lieferblockade ist vorbei: Seit dem frühen Morgen pumpt der russische Staatskonzern Gazprom wieder Gas in die Pipelines, die durch die Ukraine nach Europa führen.


Moskau - Um 2 Uhr MEZ war es soweit: Der russische Gasmonopolist Gazprom gab die Anweisung, die Gaslieferung für die Staaten in Westeuropa wieder zu starten. Nach Angaben des Konzerns begann das Unternehmen um 8 Uhr MEZ mit der vollen Pumpleistung durch die Transit-Pipeline in der Ukraine. Bis das Gas in den Abnehmerländern im Westen ankommt, werden zwischen 24 und 72 Stunden vergehen.

Russische Pumpstation: Gazprom liefert wieder
AP

Russische Pumpstation: Gazprom liefert wieder

Russland und die Ukraine hatten zuvor ihren wochenlangen Streit um Gebühren und illegales Abzapfen von Gas, der mehrere Länder von der Energiezufuhr abgeschnitten hatte, offiziell beigelegt. Die Unterbrechung der Lieferungen seit dem 7. Januar hatte in mehreren europäischen Ländern zu Engpässen geführt.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sagte, sie habe den Neustart der Lieferungen an einem Kontrollpunkt von Gazprom in Russland mitverfolgt. Die Ukraine habe mit dem Kauf von "technischem Gas" in Russland auch den Streit um dieses Gas beigelegt, das zur Beförderung nach Europa nötig ist, sagte Timoschenko.

Was die Lieferung von russischem Gas für die Ukraine selbst angehe, rechne sie im laufenden Jahr mit einem Preis von 230 US Dollar (etwa 177 Euro) pro 1000 Kubikmeter. Gazprom hatte dafür von Kiew zuletzt 179,5 US-Dollar erhalten, jedoch eine Preissteigerung angestrebt. Ein Energieberater des ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko sprach hingegen von einem Preis von 360 Dollar, der in den ersten drei Monaten dieses Jahres gelten werde.

als/dpa/AFP

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