Ermittlungen gegen Großbank UBS rät Mitarbeitern von USA-Reisen ab

Die Schweizer Großbank UBS hat offenbar Angst vor Strafverfolgung: Laut "Financial Times" rät sie Mitarbeitern von Reisen in die USA ab. Dabei geht es vermutlich um Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Ein hoher UBS-Manager wird in den USA bereits festgehalten.


Zürich - Die Anweisung der UBS Chart zeigen betrifft laut "Financial Times" mehr als 50 Personen. Sie gehörten einem ehemaligen Team an, das besonders reiche Kunden in den USA betreut hatte. Sie sollen vorerst von Reisen über den Atlantik absehen.

Einige der Personen arbeiten mittlerweile gar nicht mehr für die Bank, seit diese im vergangenen November ihre Aktivitäten im US-Privatkundengeschäft herunter gefahren hat. Trotzdem gilt die UBS-Anweisung offenbar auch für sie. Die Bank selbst wollte die Reisewarnung nicht kommentieren.

Wie die "Financial Times" berichtet, entschied sich die UBS Chart zeigen zu dem Schritt, nachdem ein Manager des ehemaligen Privatkunden-Teams wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden war. Dieser beteuert seine Unschuld, seine Anwälte geben sich zugeknöpft. Eine erste Vorverhandlung ist für kommenden Montag angesetzt.

Allerdings könnte auch sonst einiges im Argen liegen: Manche Teammitglieder sorgen sich, dass die UBS sie im Falle von Ermittlungen gegen sie fallen lassen könnte. "Viele von uns glauben, dass sie entbehrlich sind", sagte ein Mitarbeiter zur "Financial Times".

Insider halten die Sorgen für durchaus berechtigt. Denn offenbar hat die Bank ihren Kurs um 180 Grad gedreht: Noch im Dezember hatte die UBS alle in der Schweiz mit dem US-Geschäft betrauten Mitarbeiter offensiv zur Art Basel Miami nach Florida geschickt - obwohl die amerikanischen Behörden bereits ihre Ermittlungen aufgenommen hatten. Nun fährt die Bank einen deutlich vorsichtigeren Kurs.

Mit ein Grund könnte der Fall Martin Liechti sein. Der Leiter des Privatkundengeschäfts für Nord- und Südamerika bei der UBS wird seit April in den USA festgehalten. Offizielle Begründung: Liechti sei ein "wichtiger Zeuge".

feh



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