Analyse des Energiemarktes Wind und Sonne sind billiger als Kohle

Laut einer Analyse des Freiburger Öko-Instituts ist es profitabler, in erneuerbare Energien zu investieren als in Kohle oder Gaskraftwerke. Das gelte selbst in den USA, wo die Gaspreise noch weiter fallen dürften.

Windkraftanlagen
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Noch vor wenigen Jahren galten erneuerbare Energie als Projekt von Ökoidealisten, der Bau von Windrädern und Solaranlagen war nur mit staatlichen Subventionen möglich. Doch die Anlagen sind immer billiger und effizienter geworden, und im Energiemarkt hat sich etwas Erstaunliches vollzogen: Der Bau von Kohle- und Gaskraftwerken ist unwirtschaftlicher als der neuer Wind- und Solaranlagen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Während die erneuerbaren Energien in Deutschland auf Vollkosten von 50 bis 70 Euro pro Megawattstunde Strom kommen, liegen fossile Kraftwerke unter derzeitigen Bedingungen bei 70 bis 100 Euro. Das geht aus Analysen des Öko-Institutes im Auftrag der Grünen hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.

An günstigen Standorten mit viel Wind und Sonne, etwa in Südeuropa, ist der Unterschied sogar noch größer. Da ist Windstrom schon für 40 Euro pro Megawattstunde zu gewinnen. Nach Ansicht der Experten vom Öko-Institut sind Investitionen in Wind- und Solaranlagen auch in den USA im Vorteil - selbst wenn der Preis für Erdgas durch verstärktes Fracking weiter fallen sollte.

Der Austritt aus dem Weltklimaabkommen, den der amerikanische Präsident Donald Trump in diesem Sommer verkündet hat, dürfte deshalb nicht zu weniger Investitionen in erneuerbare Energien führen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kritisiert angesichts der Studie die Bundesregierung wegen des gebremsten Ausbaus der erneuerbaren Energien. Dies sei "nicht nur für den Klimaschutz schlecht, sondern auch für den Geldbeutel der Stromkunden", sagte Özdemir dem SPIEGEL.

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insgesamt 280 Beiträge
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lautlos 26.08.2017
1. Selten so gelacht.......
Ein Öko-Institut (welches seriöse Institut nennt sich so?) findet heraus, dass Öko Strom besser ist. Na so etwas. Der Artikel ist sehr dürftig. Warum wird Strom dann immer teurer? Wurde Netzausbau und (nicht vorhandene) Puffertechnologien mit eingerechnet? Und zuletzt die Frage, warum benötigt man eigentlich noch Journalisten? Die eh nur noch Meldungen reproduzieren ohne diese zu bewerten und einzuordnen........
Benjowi 26.08.2017
2. Absurde Statistikspielereien!
Es wird zwar in dem Artikel nicht erwähnt, aber es ist zu vermuten, dass in dieser Studie Speicherkosten wieder einmal nicht berücksichtigt werden. Das heißt im Klarttext -wenn man einmal annähme, dass die Stromversorgung nur über die genannten Ökovarianten zu 100 % erfolgen würde-dass es nur eine stabile Stromversorgung gäbe, wenn der Wind weht und gleichzeitig die Sonne scheint-ein offensichtlich absurdes Szenario. Es ist unglaublich dass nach fast zwanzig Jahren immer noch nicht angekommen ist, dass eine moderne Gesellschaft eine 24/7 Stromversorgung benötigt, die nun einmal mit Wind und Sonne allein nicht machbar ist-egal wie preiswert sie zu haben wäre. Die notwendigen Speicher für diese Situation machen aber nun einmal den Löwenanteil der Kosten aus, werden aber erst garnicht berücksichtigt. Was für eine hirnlose Propaganda! Im Übrigen habe ich an meinem Strompreis noch nicht ansatzweise feststellen können, dass sogenannter Ökostrom so billig wie genannt zu haben ist!
lautlos 26.08.2017
3. Öko Institut
OK, kurz mal zwei Artikel auf der Webseite gelesen. So oft habe ich das Wort "Bundesriegierung" innerhalb von 10 Minuten noch nicht gelesen. Und natürlich ist die Bundesregierung total auf dem richtigen Weg und Öko Strom ist total gerecht. Und na klar, Elektromobilität ist total richtig und muss sofort ausgebaut werden. Wer finanziert dieses Institut wohl? Komisch, Strom wird immer teurer, Stromausfälle immer häufiger. Atomstrom/Netze der Nachbarn puffern unsere Überschüsse. Viele ernst zu nehmende Stimmen sehen den Pfusch in der Energiewende kritisch. Ich bin auch der Meinung, dass regenerative Energien die Zukunft sind. Nur klingt dieses Institut wie eine Abteilung der Pressabteilung Bundesregierung.
det42 26.08.2017
4. für einige ein hartes Stück Brot....
aber es ist die Realität. Grün erzeugter Strom ist billiger als konventioneller... ein Riesenerfolg, den kaum jemand vor 20 Jahren vorausgesagt hätte. Jetzt muss der nächste Schritt folgen und man muss diesen Strom konservierbar machen.... sollte auch in 30 Jahren machbar sein, wenn die Entwicklung nur halbwegs so verläuft wie bislang... die großen Sprünge kommen leider nicht (mehr) unbedingt aus Deutschland, international gesehen wird aber in diesem Bereich geforscht auf Teufel komm raus, die deutsche Initialzündung hat global gewirkt. Ich sehe einen Lösungsansatz in zig Millionen vernetzten Akkuspeichern, vor allem in E-Mobilen. Klar, heute wegen zu kleinen Kapazitäten und fehlendem Lastmanagement noch nicht denkbar, aber da ist ein enormes Potenzial für die Zukunft.
martinm70 26.08.2017
5. Öko Bilanz von Gas und Kohle
Um Gas zu transportieren braucht es Pipelines oder Lastwagen. Um es zu lagern riesige Tanks. Um Gas zu gewinnen wird mit Fracking eine sehr umstrittene Technologie eingesetzt. Auch das braucht Maschinen die Benzin brauchen. Kohle Abbau ist ebenso aufwändig. Es muß mit großem Energieaufwand aus der Erde gewonnen werdent, das Benzin oder der Strom denn die Fahrzeuge und Maschinen brauchen muß natürlich auch mit eingerechnet werden, sonst ist es eine Milchmädchenrechnung. Ein Windrad stellt man einmal in die Landschaft und es produziert ohne weitere zusätzlichen Aufwand direkt Strom. Strom lässt sich viel einfacher von A nach B transportieren. Klar ein Problem ist aktuell noch Strom zu speichern, aber das ist ja ganz sicher kein unlösbares Problem. Man wird Lösungen dafür finden. Und wenn es genug Windräder über Europa verteilt gibt, ist das eh kein Problem mehr, denn irgendwo werden immer welche Strom produzieren. Als die ersten Autos hergestellt wurden waren Besitzer von Pferdekutschen sicher auch der Meinung das diese Autos keinen Sinn machen, es gibt nicht genug Benzin, keine Tankstellen, das kann ja nichts werden, die werden niemals die Pferdekutschen ersetzen.
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