EU-Bericht Griechenland soll sich Euro-Beitritt erschummelt haben

Griechenland ist der Eurozone auf Basis falscher Defizitzahlen beigetreten. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor, wie aus diplomatischen Kreisen in Brüssel am Montag verlautete.


Griechische Euromünze: Beitritt dank kreativer Buchführung?

Griechische Euromünze: Beitritt dank kreativer Buchführung?

Brüssel - "Die griechischen Zahlen haben von Anfang an nicht gestimmt", hieß es in den Kreisen. Dies gelte auch für die Jahre 1998 und 1999, auf deren Basis Griechenland der Eurozone beigetreten ist.

Ein Kriterium für den Beitritt war, dass die Neuverschuldung der Bewerber drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht überstieg. Den Angaben zufolge hatte Griechenland aber 1998 und 1999 ein Defizit der öffentlichen Kassen von "erheblich über drei Prozent". Mit dem Fall wollten sich die Finanzminister der Eurozone befassen, die am Montagabend in Brüssel zusammenkommen.

Im Sommer war bekannt geworden, dass die mittlerweile abgewählte griechische Regierung seit 2000 falsche Zahlen nach Brüssel gemeldet hatte. Offen blieb, ob dies auch davor schon der Fall war. Um dies herauszufinden, war eine Delegation von Eurostat nach Athen gereist. Der aktuelle Bericht sollte den Ministern am Abend vorgestellt werden.

Konsequenzen für Griechenland wurden allerdings vorerst nicht erwartet. Eine gebe keine juristische Möglichkeit, die Mitgliedschaft im Euro-Raum in Frage zu stellen, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Joaquín Almunia am Montag in Brüssel unmittelbar vor einer Sitzung der Finanzminister der Euro-Länder.



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