EU-Entscheidung Politiker revoltieren gegen Glühbirnenverbot

"Sondermüll als Lichtquelle": Deutsche EU-Politiker unternehmen einen neuen Anlauf, das Verbot der beliebten, klassischen Glühbirne aufzuhalten. Das Umweltbundesamt hat erst jüngst vor Gefahren durch Quecksilber in den künftig vorgeschriebenen Energiesparlampen gewarnt.

60-Watt-Glühbirne, Energiesparlampe: Zoff um EU-Gesetz
ddp

60-Watt-Glühbirne, Energiesparlampe: Zoff um EU-Gesetz


Berlin - Führende deutsche Abgeordnete des EU-Parlaments wollen das Verbot von herkömmlichen Glühbirnen in Europa zu Fall bringen: "Ich werde alles tun, um das Glühbirnenverbot in der EU doch noch zu kippen", sagte der Vorsitzende des Industrie-Ausschusses, Herbert Reul (CDU), der "Welt". Er forderte die EU-Kommission auf, das Verbot "unverzüglich" außer Kraft zu setzen.

Brüssel müsse prüfen, so Reul, ob die als Alternative zur Glühbirne vorgesehene Energiesparlampe aufgrund der nachgewiesenen Gesundheitsgefahren überhaupt noch vertrieben werden dürfe.

Das Umweltbundesamt hatte Anfang Dezember vor Gesundheitsrisiken durch Quecksilber in Energiesparlampen gewarnt. Geht eine Ökoleuchte zu Bruch, so könne laut der Untersuchung eine Quecksilberkonzentration freigesetzt werden, die den Richtwert von 0,35 Mikrogramm pro Kubikmeter um das 20fache überschreitet. Darum sollten sich insbesondere Kinder und Schwangere von Energiesparlampen fernhalten, empfiehlt die Bundesbehörde.

Die Produktsicherheit und die Gesundheit der Verbraucher müssten oberste Priorität haben, forderte Reul. Der Ausschussvorsitzende warf der Brüsseler Gesetzesbehörde vor, dass sie mit dem Glühbirnenverbot "getrieben vom Klimaschutzwahn Symbolpolitik betrieben hat, die weder dem Klimaschutz noch der Gesundheit der Menschen dient".

"Sondermüll als Lichtquelle"

Auch die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Silvana Koch-Mehrin (FDP), forderte eine Aussetzung des Verbots. Solange nach wissenschaftlichen Erkenntnissen davon auszugehen sei, dass Energiesparlampen zu erheblichen Gesundheitsschäden führen könnten, müsse die EU das Glühbirnenverbot zumindest für Privathaushalte aussetzen. "Es kann doch nicht sein, dass unter dem Deckmantel des Umweltschutzes die beim Verbraucher beliebten und bewährten Glühbirnen vom Markt genommen und durch gesundheitsgefährdende Produkte ersetzt werden", sagte Koch-Mehrin. Durch das "unsinnige Glühbirnenverbot" werde "Sondermüll als Lichtquelle" vorgeschrieben.

Herkömmliche Glühbirnen mit 100 und 75 Watt dürfen in der EU nicht mehr verkauft werden, da sie als Energiefresser gelten. Ab September kommenden Jahres dürfen auch die am meisten verbreiteten 60-Watt-Birnen nicht mehr auf den Markt gebracht werden.

hut/AFP



Forum - Aus für die Glühbirne - gute Entscheidung?
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lupenrein 08.12.2008
1.
Reiner Aktionismus, aonst nichts.
TheBlind, 08.12.2008
2.
Hi ! Dies als grosse Umweltaktion zu verkaufen ist recht armselig und zeigt, das da wohl nicht mehr allzuviel nachkommen wird :->
Interessierter0815 08.12.2008
3.
Lieber Glühbirnen brennen lassen und auf LED´s zu vernünftigen Preisen warten - oder wollen die Brüsselianer das wir alle kopfschmerzen bekommen? Auch wurde die "sparlampe" schon oft umwelttechn. in foren auseinadner gepflügt und schneidet oft nicht besonders gut ab. Selbst stiftung warentest hat zugegeben das die meisten modelle kaum sparen und wesentlich umweltfeindliche Stoffe beinhalten die unteranderem im Hausmüll oder sonstwo landen. Also, krümmen wir die Glühbirnen nach der EU wie die Gurken....
Salonbolschewik 08.12.2008
4.
1.) heißt das Glüh*lampe* - in Birnenform. Und nicht Glühbirne. Hat man schon gesehen, daß eine Birne am Birnbaum glüht? 2.) Herr Rainer Aktionismus sagt: Wir müssen die Hersteller dieser teuren Energiesparlampen unterstützen. Die Dinger sind nämlich nur dann günstiger, wenn sie Tag und Nacht leuchten. Weil die Industrie schon damit ausgerüstet ist, müssen wir jetzt noch den Otto Normalverbraucher davon überzeugen, die zu kaufen. Obwohl er sie gar nicht braucht.
Andreas Heil, 08.12.2008
5.
Zitat von sysopSie frisst zu viel Strom und wird deshalb abgeschafft: Die klassische Glühbirne soll bis 2012 aus allen Geschäften verschwinden - so haben es jetzt Experten aus 27 EU-Staaten beschlossen. Eine gute und sinnvolle Entscheidung?
Kompletter Unfug, wie zu erwarten. Und wie bei allen solchen Gelgenheiten vermischt mit falscher Bestandsaufnahme. Lebenszeiten, Wirkungsgrade und Nachteile von leuchtstoffartigen Ersatzglübirnen werden regelmäßig getürkt, LEDs erreichen bei weitem ebenfalls nicht die in sie gestzten Hoffnungen. Bei uns z.B. ist vor rund einem Jahr ein Außenbeleuchtungsprogramm gestartet worden, mit lauter kaum Strom verbrauchenden und unkaputtbaren LEDs: Die Ausfälle sind nun überall deutlich sichtbar, wenn man die Straßen entlang fährt. Es gibt genug Einsatzzwecke für die die eine oder andere Variante besser ist als herkömmliche Glühbirnen und die werden auch zunehmen, es gibt jedoch viele Anwendungen für die herkömmliche Glühlampen nach wie vor die bessere Wahl sind. Wenn man den Wandel unbedingt beschleunigen will, soll man dann doch bitte einfach zu einer Sondersteuer machen, die die Wettbewerbsfähigkeit der neuen Techniken erhöht, damit sie wirtschaflticher werden. Verbote sind wie so oft eine schlechte Wahl.
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