Von Esther Wiemann
Hamburg - In Deutschland gibt es mehr soziale Ungerechtigkeit als in den meisten anderen Ländern der EU. Das geht aus einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Berlinpolis hervor. Anhand von 35 Einzelindikatoren wurden fünf "sozialpolitische Dimensionen" wie Bildungschancen, Generationengerechtigkeit, Jobaussichten, Gleichstellung von Mann und Frau und Einkommensverteilung untersucht. In der Gesamtschau aller Werte belegt Deutschland unter den EU-Ländern nur Platz 19 von 27 Ländern.

Armut in Deutschland: Studie attestiert der Bundesrepublik Defizite
Besonders schlecht ist es in Deutschland um das Verhältnis von Jungen und Alten bestellt. Insgesamt reicht es in der Kategorie "Generationenverhältnis" nur für Platz 24 von 27 miteinander verglichenen Staaten. Hauptgründe sind nach der Studie vor allem die niedrige Geburtenrate und die zunehmende Überalterung der Gesellschaft. Auch die starke Belastung künftiger Generationen durch eine hohe Staatsverschuldung wirkt sich negativ auf die deutsche Plazierung aus.
Bei Jobchancen und Ausbildung steht die Bundesrepublik nicht viel besser da: Mit Rang 17 und 18 reicht es nur für das hintere Mittelfeld. Etwas positiver sieht es dagegen mit Platz zwölf für Einkommensverteilung und soziale Absicherung aus. Gute Ergebnisse wurden nur bei der Gleichstellung von Mann und Frau erzielt. Hier liegt Deutschland mit Platz neun im Länder-Ranking nur knapp hinter der Spitzengruppe.
Die Untersuchung basiert vor allem auf frei verfügbaren aktuellen Statistiken von Eurostat und der OECD. Größtenteils stammen die Zahlen aus dem Jahr 2007. Waren diese nicht verfügbar, beziehen sie sich auf 2006 und 2008. Bereits 2006 hatte Berlinpolis eine ähnliche Studie herausgebracht.
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