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EU-Vergleich: Lohnboom in Osteuropa - Vorteil für Deutschland

Die Lohnkosten der Unternehmen steigen - aber nirgendwo in der EU so gering wie in Deutschland. Der Standort wird wieder attraktiver, gerade gegenüber Ländern mit bisher niedrigem Niveau: In Osteuropa verteuerte sich Arbeit binnen eines Jahres um bis zu 30 Prozent.

Hamburg - Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legten die Arbeitskosten in Deutschland gegenüber dem Vorjahr kalenderbereinigt um 1,1 Prozent zu. Ein vergleichbar niedriges Wachstum habe es in keinem anderen Land der Europäischen Union gegeben, teilte das Bundesamt heute mit.

Bahnarbeiter in Deutschland: Der Standortvorteil wird größer
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Bahnarbeiter in Deutschland: Der Standortvorteil wird größer

Arbeits- oder Lohnkosten setzen sich zusammen aus dem Bruttoeinkommen plus Lohnnebenkosten. Diese Definition entspricht der Festlegung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Bruttolöhne kommen den Arbeitnehmern zugute (wovon diese Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen), während Lohnnebenkosten wie der Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen für Arbeitnehmer weniger sichtbar sind. Lohnnebenkosten können Arbeit aber deutlich verteuern.

Um den Beitrag der Nebenkosten zu den gesamten Arbeitskosten unabhängig vom Lohnniveau eines Landes darzustellen, wird (wie in der Grafik) die Relation zwischen Lohnnebenkosten und Bruttolöhnen und -gehältern betrachtet: Wie viele Euros legen die Arbeitgeber je 100 Euro Bruttolohn drauf?

Arbeitslohn und Nebenkosten: Wie viel legen Arbeitgeber je 100 Euro Bruttolohn drauf?
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Arbeitslohn und Nebenkosten: Wie viel legen Arbeitgeber je 100 Euro Bruttolohn drauf?

Schweden wies mit einem Anstieg der Arbeitskosten von 2,3 Prozent die zweitniedrigste Rate auf, gefolgt von Finnland und Malta mit jeweils plus 2,6 Prozent. In Österreich und Belgien kletterten die Kosten pro Arbeitsstunde um jeweils 2,7 Prozent.

Den höchsten Zuwachs gab es in Lettland mit plus 31,7 Prozent und in Rumänien mit 23,4 Prozent. Frankreich lag mit einer Rate von 3,5 Prozent ebenfalls über dem EU-Durchschnitt von 3,3 Prozent.

Auch im dritten Quartal verteuerten sich die Arbeitskosten in Deutschland um 1,1 Prozent, gegenüber dem Vorquartal legten sie saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zu. Vollständige europaweite Zahlen für das dritte Quartal lagen den Statistikern zufolge noch nicht vor.

Zunahme der Arbeitskosten
Land Veränderung im 2. Quartal 2007 in Prozent
EU Gesamt + 3,3
Euro-Währungsgebiet + 2,5
Belgien + 2,7
Bulgarien + 14,6
Dänemark + 3,7
Deutschland + 1,1
Estland + 18,7
Finnland + 2,6
Frankreich + 3,5
Griechenland + 5,1
Irland + 5,4
Italien k. A.
Lettland + 31,7
Litauen + 21,6
Luxemburg + 2,9
Malta + 2,6
Niederlande k. A.
Österreich + 2,7
Polen + 11,4
Portugal + 3,9
Rumänien + 23,4
Schweden + 2,3
Slowakei + 7,9
Slowenien + 5,6
Spanien + 3,2
Tschechien + 7,7
Ungarn + 11,6
Großbritannien + 4,2
Zypern + 7,4
Quelle: Statistisches Bundesamt, Arbeitskostenindex für das Produzierende Gewerbe und marktbestimmte Dienstleistungsbereiche

kaz/AP

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