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Euro-Einführung: Chaos an der Kasse

Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge wird die Einfühung des Euros nicht gut gehen. Vor allem die Supermärkte soll der Geldwechsel in die Knie zwingen.

Zahlen in Mark, Rückgeld in Euro: Verwirrung programmiert
DPA

Zahlen in Mark, Rückgeld in Euro: Verwirrung programmiert

Hamburg - "Das wird ein Chaos! Manchen Händlern wird schon morgens das Kleingeld ausgehen. Sie müssen vorzeitig schließen", sagt Arnd Huchzermeier, Professor an der Wirtschaftshochschule Koblenz der "Bild am Sonntag". Seine Erkenntnis ist das Ergebnis einer Simulation des Euro-Umtasches an Supermarktkassen.

"Mit der schlimmsten Phase rechne ich zwischen dem 3. und 5. Januar. Dann wird die Euro-Not am größten sein", sagte Huchzermeier. Das Wechselsystem erfordere im Handel das Hundertfache der sonst üblichen Kleingeldmenge. Tatsächlich werde zum Jahreswechsel aber nur rund acht Mal mehr Wechselgeld in den Kassen liegen als derzeit. Die Händler hätten nicht genügend Platz für mehr Münzen.

In der Übergangsphase von Neujahr bis 28. Februar 2002 dürfen die Verbraucher neben dem Euro auch noch mit der D-Mark bezahlen. Wer D- Mark gibt, soll aber nur noch Euro herausbekommen.

Im Einzelhandel kann dies zu großen Problemen führen. Neben der Bereitstellung des Wechselgeldes muss auch noch für den sicheren Abtransport der D-Mark-Bestände gesorgt werden. Auch die Tatsache, dass die Verbraucher ab Anfang 2002 nur noch Euro von ihren Geldautomaten bekommen, ändert nach Einschätzung von Rewe-Sprecher Wolfgang Schmuck wenig an der Situation: "Es hilft uns nicht, wenn ein Kunde seine Zahnbürste mit einem 50-Euro-Schein bezahlt. Dann fließt viel Wechselgeld aus der Kasse".

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