Euro-Zone Industrieproduktion schrumpft im Rekordtempo

Die europäische Industrieproduktion ist im Februar stärker eingebrochen als erwartet: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank sie um mehr als 18 Prozent - und damit so stark wie seit 1990 nicht mehr.


Luxemburg - Der Rückgang kam nicht überraschend, doch heftiger als gedacht: Die Industrieproduktion in der Euro-Zone ist im Februar erwartungsgemäß kräftig gesunken. Wie Eurostat am Donnerstag mitteilte, fiel die industrielle Erzeugung (ohne Baugewerbe) gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 2,3 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang auf Jahressicht seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1990.

Mitarbeiter bei Siemens: Höchste Rückgänge in Deutschland, Italien, Estland und Litauen
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Mitarbeiter bei Siemens: Höchste Rückgänge in Deutschland, Italien, Estland und Litauen

Das Produktionsminus auf Monatssicht entsprach den Erwartungen der Ökonomen, im Jahresvergleich hatten sie jedoch einen leichteren Rückgang von 17,5 Prozent prognostiziert. Im Januar war die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zurückgegangen. In der EU-27 fiel die Fertigung den Angaben zufolge im Februar um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Sinkende Produktion bei 16 Staaten aus der Euro-Zone

Gegenüber Januar verringerte sich die Produktion im Energiesektor in der Euro-Zone um 1 Prozent und in der EU-27 um 1,3 Prozent. Die Produktion von Verbrauchsgütern nahm um 1,4 Prozent bzw. 1,1 Prozent ab. Bei Vorleistungsgütern war ein Produktionsrückgang in der Eurozone um 2,4 Prozent und in der EU-27 um 2 Prozent zu verzeichnen. Die Produktion von Investitionsgütern sank um 3 Prozent bzw. 2,3 Prozent. Die Produktion von Gebrauchsgütern verringerte sich um 4,3 Prozent in der Euro-Zone und um 2,9 Prozent in der EU-27.

Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, verzeichneten im März 16 eine sinkende Industrieproduktion auf Monatssicht; nur in Portugal (plus 2,4 Prozent), Griechenland (plus 1,7 Prozent) und Polen (plus 0,4 Prozent) war ein Anstieg zu beobachten. Die höchsten Rückgänge gab es in Litauen (minus 4,1 Prozent), Estland (minus 3,6 Prozent), Italien (minus 3,5 Prozent) und Deutschland (minus 3,2 Prozent). Im Jahresvergleich fiel die Industrieproduktion allerdings in allen Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen.

Auf Jahressicht fiel die Produktion im Energiesektor im Februar um 3,6 Prozent in der Euro-Zone und um 3,5 Prozent in der EU-27. Bei Verbrauchsgütern war ein Rückgang um 6,3 Prozent bzw. 5,4 Prozent zu verzeichnen. Die Produktion von Gebrauchsgütern nahm um 22,1 Prozent in der Euro-Zone und um 21,0 Prozent in der EU-27 ab. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank um 24,2 Prozent bzw. 23,7 Prozent. Die Produktion von Investitionsgütern verringerte sich um 24,7 Prozent in der Euro-Zone und um 23,7 Prozent in der EU-27.

sam/Dow Jones



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