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Angriff auf Datenbank: Hacker knacken EZB-Computersystem

Baustelle der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt: Anonyme Erpresser-E-Mail Zur Großansicht
REUTERS

Baustelle der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt: Anonyme Erpresser-E-Mail

In eine Datenbank der Europäischen Zentralbank sind Hacker eingedrungen. Die Angreifer erbeuteten 20.000 E-Mail-Adressen und weitere Kontakte - und versuchten, die Notenbank zu erpressen.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen erfolgreichen Angriff auf eine Website-Datenbank gemeldet. Datendiebe haben sich demnach E-Mail-Adressen und Kontaktdaten von Journalisten und Seminarteilnehmern über ein Leck auf der Internetseite besorgt. Konkret seien etwa 20.000 E-Mail-Adressen sowie in einigen Fällen Telefonnummern oder Post-Anschriften geklaut worden, teilte eine Sprecherin mit.

Es seien jedoch keine internen Systeme oder für die Märkte sensible Daten betroffen gewesen, teilte die EZB mit. Erfahren habe die Notenbank von den Angriffen am späten Montagabend über eine anonyme E-Mail.

In der E-Mail hätten Unbekannte Geld im Gegenzug für die Daten gefordert. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen. Die EZB ihrerseits informiere potenziell ausgespähte Nutzer und setzte sämtliche Passwörter sicherheitshalber zurück.

Bei den entwendeten Daten handelt es sich demnach vor allem um Kontaktdaten von Personen, die sich für Veranstaltungen wie Konferenzen oder zu Besuchen angemeldet haben. Die entsprechende Datenbank sei zwar zu großen Teilen verschlüsselt gewesen, allerdings mit Ausnahme der gestohlenen Kontaktdaten.

fdi/dpa

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insgesamt 38 Beiträge
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1. Meisterstück
Botox 24.07.2014
Hacker sind wohlkaum an Personen Daten Interresiert, eher an Konto Daten. Hacker machen auch kaum einen Erpressungs Versuch, sie Überweisen sich das Geld selber. Hier haben sich die Geheimdienste wohl selbst Übertroffen!!
2. Wie dumm muss man sein..
Hokuspokus 24.07.2014
..um die EZB mit ein paar gehackten Emails zu erpressen und zu glauben, dass die nicht alle Hebel - inklusive Staatsanwaltschaft - in Bewegung setzen um die Hacker zu kriegen?
3.
fischblase 24.07.2014
Und ich hatte schon gehofft, sie hätten weltweit alle Kontostände auf Null gesetzt.
4.
Mans Heiser 24.07.2014
Ja, bei der EZB sind unsere Daten sicher.
5. Wahnsinn ist immer das gleiche zu probieren und auf ein anderes Ergebniss zu hoffen
ofelas 24.07.2014
Zitat von fischblaseUnd ich hatte schon gehofft, sie hätten weltweit alle Kontostände auf Null gesetzt.
..und hoffe die haben verlangt das die katastrophale Gelddruckaktion (QE) eingestellt wird. Zur Zeit werden 1000 Milliarden zu Minizinsen den Banken geschenkt, und dabei wird es nicht bleiben. Wohin das fuehrt sieht man an GB, riesige Blasen im Immobilienbereich und eine versteckt hohe Inflation beim Grundbedarf.
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Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.


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