Fall Zumwinkel Schwarz-Schilling kritisiert Justizbehörden

Klaus Zumwinkel erhält Schützenhilfe von unerwarteter Stelle. Der frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling gab erstmal eine Ehrenerklärung für den scheidenden Post-Chef ab. Die Justizbehörden kritisierte er stark.


Düsseldorf - Speziell die Vorgehensweise der Ermittler bringt den Ex-Minister in Rage. "Diese öffentliche Inszenierung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft ist eines Rechtsstaates unwürdig", sagte Schwarz-Schilling der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Damit werde Zumwinkel "quasi standrechtlich erledigt", bevor seine Schuld oder Unschuld überhaupt feststehe.

"Ich kenne Herrn Zumwinkel aus der Zusammenarbeit als loyalen, gesetzestreuen Mann", fügte Schwarz-Schilling hinzu, zu dessen Zeit als Bundespostminister Zumwinkels Karriere bei der Post begann.

Zumwinkel hatte am Freitag wegen Ermittlungen gegen ihn sein Amt als Post-Chef zur Verfügung gestellt. Der 64-Jährige steht im Verdacht, mittels Geldanlagen in liechtensteinische Stiftungen Steuern in einer Größenordnung von rund einer Million Euro hinterzogen zu haben. Nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft wird gegen mehrere Hundert Personen wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

mik/ddp



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