Fehlspekulationen Erste Bank-Manager sollen Geld zurückzahlen

Das erste Finanzunternehmen greift durch: Die Privatbank IKB soll einen ehemaligen Vorstandschef laut einem Zeitungsbericht auf die Rückzahlung von Tantiemen in Höhe von 805.000 Euro verklagt haben. Auch gegen drei weitere frühere Manager werde wegen Fehlspekulationen vorgegangen.


München - Erstmals Sanktionen gegen deutsche Bank-Manager: Die Privatbank IKB fordert nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" von ihren ehemaligen Vorständen Millionenbeiträge zurück. Der ehemalige Vorstandschef Stefan Ortseifen sei auf Rückzahlung von Tantiemen in Höhe von 805.000 Euro verklagt worden. Ortseifen klage gegen seine Entlassung.

IKB-Zentrale in Berlin: Das erste Institut in Deutschland, das 2007 von der damals beginnenden Krise am US-Immobilienmarkt getroffen wurde
AFP

IKB-Zentrale in Berlin: Das erste Institut in Deutschland, das 2007 von der damals beginnenden Krise am US-Immobilienmarkt getroffen wurde

Drei weitere Ex-Manager seien ebenfalls ins Visier genommen worden. Den früheren Vorständen Volker Doberanzke und Markus Guthoff habe die IKB dem Bericht zufolge eine letzte Frist bis zum 31. Oktober 2008 gesetzt. Bis dahin solle Doberanzke 583.000 Euro zurückzahlen, Guthoff 600.000 Euro. Von Joachim Neupel, einem weiteren früheren Vorstand, verlange die IKB 451.000 Euro zurück.

Die IKB behalte deshalb nach eigenen Angaben seit Mai 2008 Pensionszahlungen ein, die mit dem Rückforderungsanspruch verrechnet würden. Neupel verklagt laut "SZ" seinerseits die IKB auf Zahlung zurückgehaltener Pensionen. Bei den Rückforderungen der IKB handle es sich um "erfolgsabhängige Vergütungen" für das Geschäftsjahr 2006/2007, das sich wegen der Fehlspekulationen später als Misserfolg erwiesen habe.

Als offenbar erster Bankvorstand in Deutschland erstatte der IKB-Manager Claus Momburg laut "SZ" bereits einen größeren Betrag zurück, nämlich insgesamt 558.000 Euro.

Die IKB war Mitte 2007 wegen Fehlspekulationen in Milliardenhöhe beinahe pleitegegangen und musste vom Staat gestützt werden.

als/ddp/AFP

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