Protest bei Pressekonferenz Femen-Aktivistin attackiert EZB-Chef Draghi

Gemeinhin gelten Pressekonferenzen mit Mario Draghi nur bei Kennern als aufregend - doch diese hatte es in sich: Eine Femen-Aktivistin sprang aufs Pult, rief eine Parole und bewarf den EZB-Chef mit Konfetti.


Für Spektakel sind die Auftritte von Mario Draghi nicht bekannt. Wie alle Notenbanker ist auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) darauf bedacht, keine Aufregung zu erzeugen. Keine unbedachte Äußerung oder steile These soll die Finanzmärkte in Aufruhr versetzen, auch in Krisenzeiten gilt es, Ruhe und Seriosität zu vermitteln. Das wird sich Draghi aller Wahrscheinlichkeit auch für die Pressekonferenz an diesem Mittwoch vorgenommen haben, wo er die Entscheidungen des EZB-Rats erläutern wollte.

Doch diesmal verlief der Auftritt durchaus aufregend: Eine Aktivistin sprang kurz nach Beginn der Veranstaltung auf den Tisch direkt vor Draghi und rief auf Englisch "Stoppt die EZB-Diktatur". Auf ihrem T-Shirt hatte sie die Parole noch einmal mit einem Wortspiel versehen: "End the ECB Dick-Tatorship". Der EZB-Chef wich erschrocken zurück und hob abwehrend die Hände, die junge Frau bewarf ihn mit Papier und Konfetti.

Draghis Personenschützer stellten sich vor den EZB-Chef und überwältigten die Frau. Draghi selbst brachten sie schnell aus dem Raum. Die Frau wurde festgehalten und abgeführt. Nach einer kurzen Unterbrechung setzte Draghi die Pressekonferenz fort.

Bekannte Femen-Aktivistin

Bei der Demonstrantin handelt es sich um die deutsche Femen-Aktivistin Josephine Markmann, bekannt unter dem Nachnamen Witt. Sie hat bereits mehrmals für Schlagzeilen gesorgt: Im Dezember 2013 sprang sie im Kölner Dom bei der Weihnachtsmesse auf den Altar. Auf den Oberkörper hatte sie sich damals den Spruch "I am God" (Ich bin Gott) gemalt. Ein Protest gegen die Inhaftierung einer Aktivistin in Tunesien brachte sie im Sommer 2013 vier Wochen in ein Gefängnis in Tunis.

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Protest gegen EZB: Konfetti für Draghi
An dem Protest auf der EZB-Pressekonferenz überrascht nun die hochgeschlossene Kleidung Markmanns. Bislang hat Femen stets oben ohne für Frauenrechte und gegen Sexismus protestiert, etwa auf der Hannover Messe 2013 gegen den russischen Präsidenten Putin. Zuletzt hatte die Gruppe den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor seiner Vernehmung im Prozess um Sex-Partys im Februar in Lille mit einem Oben-ohne-Protest empfangen.

fdi/fab/dpa



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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
zapp-zarapp 15.04.2015
1. Mein Beileid ...
... gilt den Eltern. Und all jenen, die künftig umkommen könnten, weil solch ambivalente Situationen für Personenschützer sicher schwer zu handeln sind. Da kann es sicher auch zu Fehleinschätzungen kommen, für die dann eben auch Personen wie diese Femenaktivistin eine Teilverantwortung tragen. Aber sie wird ihre selbstlosen und altruistischen Gründe gehabt haben ... oder?
rugall70 15.04.2015
2. Die Flitzer des politischen Betriebs
Mir erschließt sich der Sinn einer solchen Aktion einfach nicht. Dahinter steckt doch letztlich nur eine leicht narzistische Selbstdarstellung. Das Problem: Es geht nicht mehr darum, die Weltöffentlichkeit auf ein bisher unbekanntes Problem aufmerksam zu machen. Es geht nur noch um die Zurschaustellung der eigenen Person. Was die so genannten Flitzer im Fußballstadion, das sind die Femen im politischen Betrieb: Sie wollen einmal - sinnfrei - von Zigtausenden gesehen werden! Womöglich nackt.
BoomTschak 15.04.2015
3. Traurig, dass mittlerweile junge Mädels für Demokratie und Freiheit kämpfen gehen
..weil das Gros der Bevölkerung es nicht für nötig hält. Auch wenn die Aktion wieder einiges an Fremdschämpotential hat, hat diese Aktivistin größten Respekt verdient! Während das kleine Mädchen vor den Augen der Welt voller Mut auf den Tisch des EZB Präsidenten springt, kriegen die meisten Leute hierzulande nichteinmal im Vertrauten den Mund auf, um ihre Meinung zu vertreten.
j1958 15.04.2015
4.
Na, die Sicherheitsmaßnahmen im EZB Tower scheinen ja echt spitze zu sein. Wahrscheinlich ist der Tresor im Keller längst leergeräumt, hat aber noch keiner bemerkt. Und Dick-Tatorship - mindestens so originell wie ein eingewachsener Fussnagel.......
xvxxx 15.04.2015
5. Schade...
... der ganze vollkommen berechtigte , durchdachte und professionell vorgetragene Protest wird komplett entwertet dadurch , dass keine blanken Brüste zu sehen sind. Ich bin enttäuscht....
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