Fernsehen ProSiebenSat.1 rutscht tief in die roten Zahlen

129 Millionen Euro Verlust: Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat 2008 tief im Minus abgeschlossen. Der Börsenkurs sackte nach Bekanntgabe der Zahlen ab, dem Unternehmen droht nun sogar der Rauswurf aus dem MDax. Vorstandschef Ebeling kündigte einen harten Sparkurs an.


Frankfurt am Main - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 Media Chart zeigen ist tief in die Verlustzone gerutscht. Wegen sinkender Werbeeinnahmen und einer hohen Abschreibung auf die übernommene europäische Senderkette SBS schloss der Münchner Konzern das vergangene Jahr mit einem Verlust von 129 Millionen Euro ab. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 89 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Der Börsenkurs der im MDax Chart zeigen notierten ProSiebenSat.1-Aktie fiel bis zum Nachmittag deutlich - trotz eines freundlichen Marktumfelds. Nun droht den Titeln sogar der Rauswurf aus dem Index der mittelgroßen Werte. Darüber entscheidet am Abend die Deutsche Börse Chart zeigen.

Das laufende Jahr werde schwierig, sagte der neue ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling und kündigte einen harten Sparkurs an. Für eine konkrete Prognose sei es zwar noch zu früh. Aber auch 2009 werde "ein anspruchsvolles Jahr, da wir mit einem Marktrückgang für TV-Werbung rechnen". Die bereits angekündigte Entlassung von 225 Mitarbeitern und der Sat.1-Umzug von Berlin nach München sollen die Kosten drücken. Darüber hinaus seien aber noch weitere Einsparungen notwendig, sagte Finanzchef Axel Salzmann.

Trotz höherer Zuschauerzahlen von Pro7, Sat.1, Kabel1 und N24 sank der Konzernumsatz um sechs Prozent auf 3,05 Milliarden Euro. Die nach einer Kartellstrafe geänderte Werbezeitenvermarktung sei bei den Kunden nicht angekommen, erklärte Ebeling. Außerdem hätten sich die Werbekunden seit dem zweiten Halbjahr deutlich zurückgehalten, sowohl im Kernmarkt Deutschland als auch im europäischen Ausland. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis fiel um 14 Prozent auf 675 Millionen Euro. Eine Wertminderung von 180 Millionen Euro für die 2007 für 3,3 Milliarden Euro übernommene SBS-Senderkette ließ ProSiebenSat.1 mit einem Jahresverlust abschließen.

Die Talfahrt beschleunigte sich zum Jahresende. Im vierten Quartal brach der Umsatz um elf Prozent ein. Der Konjunkturabschwung sei international spürbar gewesen, teilte der Konzern mit.

cte/AP/dpa



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