Filial-Eröffnung Massen stürmen Ikea in Japan

In den siebziger Jahren startete Ikea schon einmal einen Versuch in Japan, das Ganze endete in einem grandiosen Flop. Jetzt startet der Möbelgigant einen neuen Anlauf - und eröffnete eine der weltweit größten Filialen in der Nähe von Tokio. Heute stürmten 35.000 Kunden in das Riesen-Geschäft.


Tokio - 20 Jahre ist es jetzt her, dass Ikea sich aus Japan zurückzog. 1974 war dort der erste Markt des schwedischen Unternehmens eröffnet worden, doch die Verkaufszahlen waren verheerend und so machte Ikea 1986 alle Häuser wieder zu. "Es war zu früh, nach Japan zu kommen", erklärte Ikea-Chef Anders Dahlvig nun. Jetzt sei die Kette für den Neuanfang bereit.

Müde Ikea-Kunden: 35.000 kamen zur Eröffnung in Japan
REUTERS

Müde Ikea-Kunden: 35.000 kamen zur Eröffnung in Japan

So startete der Konzern heute seinen zweiten Anlauf - und gibt sich dabei nicht mit halben Sachen zufrieden: Unter großem Andrang eröffnete in Funabashi, einer Stadt östlich von Tokio, eines der weltweit größten Geschäfte. Nach vier Stunden waren bereits 15.000 Menschen in das 40.000 Quadratmeter große Möbelhaus gestürmt. Insgesamt kamen über 35.000 Kunden zur Eröffnung, heißt es. An den Kassen mussten sie teilweise stundenlang warten.

Dabei hatte es vor dem Start Zweifel gegeben, ob die Japaner die Mammut-Verkaufsflächen annehmen. In Japan haben vor allem kleine Läden mit gutem Service Tradition. Bei Ikea in Funabashi ist dagegen alles auf Größe angelegt: Alleine 2200 Parkplätze stehen den Kunden zur Verfügung, das Sortiment umfasst rund 7500 Produkte und das Restaurant ist eines der größten in Japan.

Damit dieser Erfolg auch von Dauer ist, will Ikea die anspruchsvollen japanischen Verbraucher mit Möbeln ködern, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. So wollen die Schweden besonders Angebote für kleine Wohnungen machen wie sie in Japan üblich sind. Um die Wohnverhältnisse zu studieren, hatte der Konzern eigens mehr als hundert japanische Privathäuser unter die Lupe genommen.

In den kommenden fünf Jahren sollen zwölf weitere Filialen in Japan eröffnet werden. Während Europa im vergangenen Geschäftsjahr zu 81 Prozent und Nordamerika 16 Prozent zum Umsatz beigesteuert habe, lag der Anteil Asiens bei nur drei Prozent. Weltweit will Ikea dieses Jahr 19 neue Filialen aufmachen. Deutschland bleibe im Geschäftsjahr 2005 wichtigster Markt für Ikea, heißt es aus dem Unternehmen.

ase/AFP/dpa/AP



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