Filme Abu Dhabi investiert erneut eine Milliarde Dollar in Hollywood

Scheichs lieben die Traumfabrik: Eine staatliche Firma aus Abu Dhabi will schon wieder eine Milliarde Dollar in Hollywood-Produktionen investieren. Vor einem Jahr war bereits die gleiche Summe geflossen - bislang mit bescheidenem Erfolg.


Hamburg - Die Araber wollen nachlegen: Imagenation Abu Dhabi, eine Tochter der staatlichen Abu Dhabi Media Company, will in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Dollar investieren, um zusammen mit drei US-amerikanischen Produzenten Filme zu drehen. Das berichtet die '"New York Times". Wer die Partner sind, ist noch unklar - sie werden voraussichtlich auf dem Toronto-Filmfest bekanntgegeben, das am Donnerstag startet.

Traumfabrik Hollywood: Politisch korrekter Name
DPA

Traumfabrik Hollywood: Politisch korrekter Name

Erst vor einem Jahr hatte die Abu Dhabi Media Company eine viel beachtete Vereinbarung mit dem Hollywoodstudio Warner Brothers geschlossen, das zu Time Warner Chart zeigen gehört: Die Scheichs hatten eine Milliarde Dollar für US-amerikanische Filme und Videospiele bereitgestellt. Bislang ist die Ausbeute jedoch mager: Nur ein einziger Film wird derzeit mit dem Geld aus Abu Dhabi gedreht: "Shorts", ein Streifen für Familien, der im Jahr 2009 in die Kinos kommen soll.

Nun wollen die Scheichs offenbar mit einer neuen Firma wieder angreifen: Imagenation Abu Dhabi wurde im vergangenen Jahr von Abu Dhabis Regierung gegründet. Außer Filmen soll das Unternehmen auch Shows und Internet-Kurzfilme finanzieren. Gleichzeitig wird Imagenation Abu Dhabi nun für die Konzernmutter die Geschäfte mit Warner Brothers übernehmen.

Ein kluger Schachzug: So können Warner und andere amerikanische Filmstudios einen unverbrauchten und politisch korrekten Namen auf ihr Promotion-Material drucken. Mit dem alten Namen hatte es offenbar Probleme gegeben, weil die amerikanische Wirtschaft zumindest offiziell Geschäfte mit staatlich kontrollierten Unternehmen nicht gerne sieht, schreibt das Blatt.

Es ist nicht der einzige Milliardendeal, der in den vergangenen Tagen zwischen arabischen Staaten und dem Westen geschlossen wurde: Am Montag übernahm eine andere staatlich kontrollierte Firma aus Abu Dhabi, die Abu Dhabi United Group für Development and Investment (Adug), den englischen Premiere-League-Club Manchester City.

Der frühere thailändische Premier Thaksin Shinawatra hatte den Fußballverein verkauft. Und die Araber haben viel vor mit ihrem neuen Schützling: "Wir wollen Man City zum besten Club der Premier League machen", sagt der designierte Vertreter der Adug im Vereinsvorstand nach der Übernahme. Bislang sind die Resultate des Clubs eher mittelmäßig: Vergangene Saison landete er auf dem neunten Tabellenplatz.

cvk



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