Athen - Das von Finanzsorgen geplagte Griechenland will mit dem Verkauf eines deutschen U-Boots, dessen Lieferung sich seit Jahren wegen eines Streits verzögert, bis zu 350 Millionen Euro verdienen. "Die Deutschen schätzen den Preis auf 300 Millionen Euro, wir rechnen jedoch mit 350 Millionen Euro", sagte Verteidigungsminister Evangelos Venizelos am Mittwoch vor Journalisten in Athen.
Griechenland hatte vor zehn Jahren bei dem inzwischen zu ThyssenKrupp gehörenden Schiffbauer HDW vier neue U-Boot-Typen bestellt, drei weitere ältere Modelle sollten modernisiert werden. Eines der neuen Typen mit dem Namen "Papanikolis" wurde in Kiel gebaut, der Rest sollte bei einer anderen ThyssenKrupp-Werft, den Hellenic Shipyards nahe Athen, entstehen. 2006 jedoch verweigerte Athen wegen technischer Probleme die Abnahme des Kieler U-Boots. Laut Venizelos wurden die Probleme inzwischen aber behoben.
Nach Angaben des Ministers hat Griechenland bereits 2,03 Milliarden Euro der auf 2,84 Milliarden Euro geschätzten Kosten für den Gesamtdeal bezahlt. Venizelos will nun nach eigenen Angaben die Modernisierungspläne für zwei alte U-Boote fallenlassen und stattdessen zwei neue U-Boote für einen Preis von je 500 Millionen Euro ordern. Auf diese Weise will Griechenland ThyssenKrupp dazu bringen, 75 Prozent seines Anteils an den notleidenden griechischen Werften dem arabischen Schiffbauer Abu Dhabi Mar zu überlassen.
jok/AFP
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