Finanzkrise HSH Nordbank dementiert Pleite-Spekulationen

Die HSH Nordbank weist einen Bericht über finanzielle Probleme zurück. Das Magazin "Focus" hatte auf Unterlagen verwiesen, nach denen die Bank bis Ende des Jahres mit 700 Millionen Euro Verlust rechnet. Besagte Dokumente gebe es nicht, teilt ein Sprecher mit.


Hamburg - Die Zahlen klingen beunruhigend: Nach Angaben des "Focus" soll die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein (HSH Nordbank) mit einem Verlust von etwa 700 Millionen Euro rechnen. Das Magazin beruft sich auf interne Unterlagen des Instituts, in denen eine Prognose bis Jahresende verzeichnet sein soll.

Hauptgebäude der HSH-Nordbank in Hamburg: Im Sog der Finanzkrise
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Hauptgebäude der HSH-Nordbank in Hamburg: Im Sog der Finanzkrise

Darauf stehe, der HSH Nordbank gingen allein bei isländischen Banken 300 Millionen Euro verloren. Auch bei Kreditgeschäften in Ungarn hätten sich die Norddeutschen verspekuliert. Die Bank dementiert das. "Wir geben keine Prognosen heraus", sagte ein Pressesprecher am Samstag. Ein solches internes Papier gebe es nicht.

Die HSH Nordbank hat durch die Finanzkrise schwer gelitten. Die Bank musste bis Ende September 2008 auf Kredite in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro Abschreibungen vornehmen. Davon entfallen 120 Millionen Euro auf Geschäfte mit der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers. Auch im Vorjahr war eine Milliarden-Abschreibung notwendig geworden.

Der Aufsichtsrat des Instituts will am Montag in Kiel zusammenkommen, um über die Nutzung des staatlichen Rettungspaketes zu beraten. Der Vorstand hatte nach Abschreibungen in Milliardenhöhe bereits beschlossen, grundsätzlich Staatshilfen anzunehmen. Die Details sind bislang noch offen.

Der "Focus" berichtet, dass der Bank die Insolvenz drohe, wenn sie bis Mitte Februar keine entsprechende Kapitalspritze erhielte. Der HSH-Nordbank-Sprecher bezeichnete das als "Blödsinn". Die Kapitalquote des Unternehmens sei durchaus angemessen, auch im Vergleich mit anderen Banken.

An der HSH Nordbank sind das Land Schleswig-Holstein (29,10 Prozent), Hamburg (30,41 Prozent), die Sparkassen (14,82 Prozent) und private Investoren (25,67 Prozent) beteiligt. Das Institut hat eine Bilanzsumme von gut 200 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr 2008 erzielte die Bank ein Ergebnis vor Steuern von 99 Millionen Euro, nach 871 Millionen im Vorjahreshalbjahr.

ssu/dpa

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