Finanzkrise Sechs reichste Russen verlieren über 100 Milliarden Dollar

Wie gewonnen, so zerronnen: Die sechs bisher vermögendsten Oligarchen Russlands haben durch die weltweite Finanzkrise große Teile ihres Reichtums eingebüßt. Insgesamt summieren sich die Verluste auf über 100 Milliarden Dollar.


Moskau - Es sind unvorstellbare Verluste von Privatvermögen: Die sechs reichsten Russen haben seit Beginn der weltweiten Finanzkrise mehr als 100 Milliarden Dollar verloren. Insgesamt betrage das Minus 111 Milliarden Dollar, berichtete die Zeitung "Iswestija" am Dienstag. Der als wohlhabendster Mann des Landes geltende Oleg Deripaska habe zusehen müssen, wie sein Vermögen von umgerechnet mehr als 20 Milliarden Dollar auf 7,2 Milliarden Dollar geschrumpft sei.

Noch schlimmer traf es demnach den Besitzer des englischen Fußballvereins FC Chelsea, Roman Abramowitsch. Sein Vermögen verringerte sich dem Bericht zufolge von 23,5 Milliarden Dollar auf 3,3 Milliarden Dollar. Wladimir Lissin vom Hüttenkombinat Nowolipezk und Severstal-Mogul Alexej Mordaschow konnten Mitte 2008 noch auf ein Vermögen von 22,2 und 22,1 Milliarden Dollar blicken. Jetzt besitzen sie lediglich noch 3,1 beziehungsweise 3,5 Milliarden Euro.

Auch der Ex-Chef von Norilsk Nickel, Michail Prochorow, musste zuschauen, wie sein Vermögen mit der Finanzkrise wegschmolz: Konnte er zur Jahresmitte noch 21,5 Milliarden Dollar sein Eigen nennen, sind es zum Jahresende nur noch sechs Milliarden. Durch den weltweiten Kurssturz an den Börsen hatte sich der Wert ihrer Unternehmensimperien drastisch verringert. Zudem sind die Rohstoffpreise zuletzt stark gefallen.

Die russischen Oligarchen hatten ihren Aufstieg der vergangenen Jahre durch massive Schulden bei Banken finanziert. Das führt jetzt zu der absurden Situation, dass etwa der ehemals reichste Mann Deripaska nicht nur sein Vermögen verloren hat. Aufgrund von Krediten in Höhe von 14 Milliarden Dollar ist er jetzt sogar mit fast sieben Milliarden Dollar verschuldet.

sam/AFP

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