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Finanzkrise: USA droht größte Bankenpleite des Jahres

Die Finanzkrise zieht weitere amerikanische Banken in den Abgrund. Das texanische Geldhaus Guaranty steht vor dem Aus, die US-Behörden haben jetzt sieben weitere Geldhäuser geschlossen. Der Einlagensicherungsfonds wird mit weiteren Hunderten Millionen Dollar belastet.

New York - Die Finanzkrise ist längst nicht überwunden: In den USA sehen weitere Banken ihrem Ende entgegen. Unter anderem droht dort die größte Bankenpleite des Jahres. Das zweitgrößte, börsennotierte texanische Geldhaus Guaranty Financial Group Inc gab am Freitag bekannt, aufgrund von Kreditausfällen und Abschreibungen sei das Institut unterkapitalisiert - es fehlt schlicht an flüssigem Geld.

Die Bank sei nicht in der Lage gewesen, genug frisches Kapital von ihren Aktionären einzusammeln. Das Geldhaus könne auch nicht mit staatlichen Hilfen rechnen. "Das Unternehmen dürfte deshalb seinen Geschäftsbetrieb nicht fortsetzen können", hieß es in einer Mitteilung von Guaranty.

Guaranty hat laut Internetseite Vermögenswerte von 16 Milliarden Dollar. Die Bank betreibt 150 Filialen in den Bundesstaaten Texas und Kalifornien. Aus Kreisen verlautete, dass die Bank derzeit mit mindestens einer Investorengruppe Gespräche über eine mögliche Rekapitalisierung aufgenommen habe.

Die amerikanischen Behörden haben zudem sieben weitere Banken geschlossen. Der staatliche Einlagensicherungsfonds FDIC gab am Freitagabend das Aus für sechs Tochtergesellschaften der Security Bank Corp aus Georgia und die Waterford Village Bank of Clarence aus New York bekannt. Damit hat der FDIC seit Jahresbeginn 64 Institute geschlossen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr - damals schlossen 25 Institute. Allein im Juli dieses Jahres kam schon das Aus für 19 Geldhäuser.

Der Einlagensicherungsfonds wird durch die Schließung der Tochtergesellschaften der Security Bank voraussichtlich mit 807 Millionen Dollar belastet. Sie hatten nach Angaben der Behörde Vermögenswerte von insgesamt 2,8 Milliarden Dollar und Kundeneinlagen von 2,4 Milliarden Dollar. Die Waterford Village Bank of Clarence hatte Vermögenswerte von 61,4 Millionen Dollar und Kundeneinlagen von 58 Millionen Dollar.

Der Zusammenbruch von Washington Mutal im September vergangenen Jahres war der bislang größte eines Finanzinstituts in der US-Geschichte. Die Bank hatte ein Anlagevermögen von 307 Milliarden Dollar.

ler/Reuters

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Forum - Was haben die Banken eigentlich aus der Krise gelernt?
insgesamt 717 Beiträge
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1.
Tall Sucker, 25.07.2009
Zitat von sysopViele Banken vermelden schon wieder hohe Gewinne und zahlen ihren Führungskräften reichliche Boni. Haben die Unternehmen aus der Krise gelernt?
Dass Finanzminister sie im Fall der Fälle herauspauken wird.
2.
Adran, 25.07.2009
"nach der Lehmanpleite wissen wir, dass man keine Bank pleite gehn lassen kann!" Angela Merkel mit anderen Worten, gehe noch höheres Risiko, mit noch mehr Gewinn, und daher noch größeren Boni ein, und wenn du scheiterst, dann kommt die Sichtbare Hand des Staates und hilft dir.. Lang lebe, Too big to fail..
3.
Pu239, 25.07.2009
Zitat von sysopViele Banken vermelden schon wieder hohe Gewinne und zahlen ihren Führungskräften reichliche Boni. Haben die Unternehmen aus der Krise gelernt?
Das man Verluste immer gut sozialisieren kann, weil man ja "systemisch" ist. Als Bank hat man deshalb Narrenfreiheit.
4.
Bernhard Fischer 25.07.2009
Zitat von sysopViele Banken vermelden schon wieder hohe Gewinne und zahlen ihren Führungskräften reichliche Boni. Haben die Unternehmen aus der Krise gelernt?
Warum sollten sie lernen? Wäre das nicht kontraproduktiv????
5. Bankenkrise
lemming51 25.07.2009
Sie werden es erst gelernt haben, wenn man ihnen, hoffentlich nicht erst nach dem nächsten SuperGAU,die Brocken nebst Boni um die Ohren haut, dass es nur noch so scheppert !!!!! Aber es steht zu befürchten, dass ihre Erfüllungsgehilfen in der Politik wiederum jeden Bereicherungsfeldzug mitmachen und das Casino mit Steuermilliarden finanzieren.
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