Finanzkrise: USA droht Rekorddefizit von 490 Milliarden Dollar

Die Hiobsbotschaften aus den Vereinigten Staaten reißen nicht ab. Regierungsvertreter warnen vor einem möglichen Haushaltsminus von knapp einer halben Billion Dollar. Der Internationale Währungsfonds sieht die US-Wirtschaft weiter in der Krise.

Washington - Die amerikanische Regierung könnte im Haushaltsjahr 2009 einen traurigen Rekord aufstellen. Das US-Präsidialamt werde am Montag seine Defizitschätzung auf 490 Milliarden Dollar - umgerechnet rund 311 Milliarden Euro - anheben, sagte ein Regierungsvertreter.

US-Immobilie steht zum Verkauf: Konjunkturprogramm für Privathaushalte
AFP

US-Immobilie steht zum Verkauf: Konjunkturprogramm für Privathaushalte

Damit würde Washington die bisherige Höchstmarke von 413 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2004 übertreffen, berichtet das "Wall Street Journal". Noch im Februar hatte die Regierung ein Defizit von 407 Milliarden für die mit dem 1. Oktober beginnende Finanzperiode vorhergesagt.

Grund für den neuerlichen Einbruch: der Abschwung in der größten Volkswirtschaft und das deshalb neu aufgelegte Konjunkturprogramm. Der Kongress hat zuletzt Finanzspritzen im Umfang von 168 Milliarden Dollar binnen zwei Jahren bewilligt, darunter Steuererleichterungen für Privathaushalte und Unternehmen.

Die US-Wirtschaft laboriert nach wie vor an den Folgen der Finanzkrise sowie den hohen Lebensmittel- und Energiepreisen. Darunter leiden die Kaufkraft und mögliche Investitionen. Zusätzlich belasten die Kriege im Irak und in Afghanistan die Staatskasse.

IWF sieht keine Bodenbildung am US-Immobilienmarkt

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte vor den Schwächen der amerikanischen Wirtschaft. Speziell für die USA verweist der IWF auf die Gefahr einer allgemeinen Kreditknappheit mit negativen Auswirkungen für die Realwirtschaft. Am krisengeschüttelten US-Häusermarkt sei derzeit keine Bodenbildung in Sicht, vor allem mit Blick auf die seit der Finanzkrise kräftig gesunkenen Immobilienpreise.

Laut IWF stehen die internationalen Finanzmärkte trotz umfassender Maßnahmen von Notenbank und Regierungen nach wie vor unter Stress. Zwar seien die systemischen Risiken nicht derart ausgeprägt wie im Frühjahr dieses Jahres, teilte der IWF am Montag in Washington mit. Allerdings seien die Befürchtungen größer geworden, dass die Marktturbulenzen auf die Realwirtschaft übergreifen könnten.

suc/Reuters/dpa-AFX

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