Finanzmarktkrise Deutsche Bank bezweifelt eigene Gewinnprognose

Jetzt erreicht die Kreditkrise doch noch die Deutsche Bank: Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten stellt Deutschlands größtes Geldinstitut sein für dieses Jahr angepeiltes Ergebnis in Frage. Pikant: Das Gehalt von Bankchef Ackermann stieg trotzdem.


Frankfurt am Main - Noch profitiert er vom vergangenen Jahr: Die Vergütung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann stieg zwar mit gut sechs Prozent nur halb so stark wie im Vorjahr. Insgesamt verdiente der Bank-Manager 13,98 Millionen Euro, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Geldinstituts hervorgeht. Ackermann gehört damit erneut zu den Spitzenverdienern in Deutschland, zusammen erhielten die Vorstandsmitglieder 33,2 Millionen Euro.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Umstände können Gewinnziel negativ beeinflussen"
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Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Umstände können Gewinnziel negativ beeinflussen"

Tatsächlich hat die Bank den Gewinn im vergangenen Jahr trotz einer Milliardenbelastung infolge der Finanzmarktkrise um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert. Trotzdem hinterlässt die Finanzkrise ihre Spuren: Die Deutsche Bank stellt ihre Ziele für das laufende Jahr infrage. Die anhaltend schwierigen Marktbedingungen könnten im Investmentbanking zu weiteren Abschreibungen und rückläufigen Erträgen führen, erklärte Deutschlands größtes Geldhaus weiter.

Diese negativen Effekte auf der Ertragsseite könnten möglicherweise nicht durch Erfolge in anderen Geschäftsbereichen kompensiert werden. Dies gelte vor allem dann, wenn das Wirtschaftswachstum anders als erwartet zum Erliegen komme. Die Deutsche Bank strebt eigenen Angaben zufolge für 2008 einen Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro an.

"Diese Umstände können die Erreichung unseres veröffentlichten Gewinnziels negativ beeinflussen", teilte das Institut mit. Für dieses Jahr peilt die Deutsche Bank Chart zeigen einen Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro an. Die kurzfristigen Aussichten seien nach wie vor höchst unsicher. "Das Umfeld an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft bleibt schwierig", schrieb Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann in einem Brief an die Aktionäre. Bei einer stärker als bislang prognostizierten Eintrübung des wirtschaftlichen Umfeldes seien auch die Gewinnziele der Bank gefährdet, hieß es zudem im Geschäftsbericht. Die Aktie war am Morgen mit einem Abschlag von 1,5 Prozent stärkster Verlierer im Dax.

sam/dpa-AFX/Reuters



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