Firmengründung GmbH wird günstiger

Firmengründungen in Deutschland sollen künftig einfacher werden. Das Bundesjustizministerium strebt die größte Reform des GmbH-Rechts seit mehr als 25 Jahren an.


Berlin - Immer wieder ist von Unternehmern zu hören, die Firmengründung in Deutschland sei bürokratisch und teuer. Darauf will die Politik reagieren. Das Stammkapital einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) werde künftig von 25.000 auf 10.000 Euro abgesenkt, die Eintragung im Handelsregister beschleunigt, teilte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) bei der Vorlage des ersten Referentenentwurfs in Berlin mit.

Zudem soll mit dem überarbeiteten Gesetz die Gesellschaftsform, die vor allem im Mittelstand genutzt wird, besser gegen Missbrauch geschützt werden. Bislang gebe es "Firmenbestatter", die in Krisenzeiten den Geschäftsführer entließen oder das Geschäftslokal dicht machten, um eine ordnungsgemäße Insolvenz zu verhindern, berichtete das Ministerium.

Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag grundsätzlich auf die Reform verständigt. In der Bundesrepublik gibt es rund eine Million GmbHs.

Der stellvertretende Chef der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach, sieht in dem ersten Entwurf aber noch Schwächen. Die Neuregelung dürfe nicht zu einer Abwertung der bestehenden GmbH und damit zu einer "GmbH light" führen.

Bosbach schlug eine zweigleisige Modernisierung des deutschen Gesellschaftsrechts vor. Die GmbH könne überarbeitet, parallel dazu eine neue Rechtsform als Antwort auf die weniger anspruchsvolle britische "Limited" geschaffen werden.

itz/mm.de



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