Ratingagentur Fitch Frankreich verliert letztes Top-Rating

Zwei der drei großen Rating-Agenturen hatten Frankreich schon die Bonitäts-Bestnote entzogen. Jetzt ist die dritte gefolgt: Fitch hat die Kreditwürdigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft im Euro-Raum von "AAA" auf "AA+" gesenkt.

Fitch-Zentrale in New York: Ratingagentur stuft Frankreich ab
DPA

Fitch-Zentrale in New York: Ratingagentur stuft Frankreich ab


Paris - Die US-Ratingagentur Fitch entzieht Frankreich die Bestnote AAA. Wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte, sinkt das Rating um eine Note auf "AA+". Der einzige Lichtblick: Der Ausblick für das Land wurde auf stabil gesetzt. In absehbarer Zeit droht keine weitere Abstufung.

Fitch war die letzte der drei großen Ratingagenturen, die Frankreichs Kreditwürdigkeit noch mit Triple-A bewertet hatte. Standard & Poor's hatte die Bestnote bereits im Januar 2012 entzogen, Moody's folgte im November 2012. Die Finanzmärkte nahmen die Entscheidung mit Gelassenheit auf, größere Bewegungen beim Euro gab es nicht.

Fitch begründet seine Entscheidung mit dem hohen Schuldenstand Frankreichs, der auch auf längere Sicht nur langsam sinken dürfte. 2014 dürfte die Schuldenquote ihren Höhepunkt erreichen, wie die Bonitätswächter erwarten. Auch liege die Verschuldung Frankreichs höher als bei den meisten anderen mit Triple-A bewerteten Staaten.

Zusätzlich belastet werde die Kassenlage des Landes durch den ungewissen Wachstumsausblick, argumentiert Fitch. Konjunkturlage und -ausblick hätten sich zuletzt substantiell eingetrübt. Die Agentur verweist auf die hohe Arbeitslosigkeit, die schwache Nachfrage aus dem Ausland sowie die geringere Wettbewerbsfähigkeit.

Die unter der sozialistischen Regierung angestoßenen Strukturreformen werden zwar gelobt, fraglich seien aber deren Wirkung und vollständige Umsetzung. Der Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici erklärte am Abend, er nehme die Herabstufung "zur Kenntnis". Er wies aber darauf hin, dass das Vertrauen der Investoren in Frankreich nach wie vor hoch sei.

kha/dpa/AFP



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werjor 12.07.2013
1. Ratingagenturen
Solange die USA und GB mit ihren deutlich höheren Schulden nicht schlechter bewertet werden als Griechenland, Spanien etc., sollten man die Ratingagenturen so bewerten wie sie es verdienen. Ramschstatus !!!!
Lok Leipzig 12.07.2013
2. Vorbild für SPD
Es geht abwärts mit der Grande Nation unter den Sozialisten. Das hindert die deutschen Sozen nicht daran, deren Politik als Vorbild für das eigene Wahlprogramm zu nehmen. Wenn man mit dieser Politik Frankreich ruinieren kann, dann wird das auch in Deutschland gelingen. Glück auf.
danielzuko 12.07.2013
3. ... und in China
... und in China ist ein Sack Reis umgefallen.
Zereus 13.07.2013
4.
Ist zwar eigentlich seit Jahren out, aber ich kann nicht anders: [ironie]Sind natürlich nur Zeichen dafür, dass amerikanische Finanzimperialisten ihren Krieg gegen den lieben und bestens funktionierenden Euro auf die nächste Eskalationsstufe stellen, weil sie damit Billionen verdienen wollen. Ganz klar, mit Problemen Frankreichs kann das überhaupt nichts zu tun haben. Die Eurozone als Solche ist nämlich top in Schuss, nur interessiert das dieses böse internationale Finanzkapital eh nicht.[/ironie] Und jetzt mal im Ernst: Ist eh egal, wird weggebürgt, wir habens doch. Die alte Weisheit "wer bürgt, wird gewürgt" muss in Sachen des alternativlosen Euro sowieso niemanden interessieren..
henkel-franklin 13.07.2013
5. Die bekommen nächste Woche alles wieder
Zitat von sysopDPAZwei der drei großen Rating-Agenturen hatten Frankreich schon die Bonitäts-Bestnote entzogen. Jetzt ist die dritte gefolgt: Fitch hat die Kreditwürdigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft im Euro-Raum von "AAA" auf "AA+" gesenkt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/fitch-entzieht-frankreich-die-bestnote-aaa-a-910922.html
Die Kanzlerin hat den Cheque bestimmt schon ausgestellt!
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