Flaute im Anzeigengeschäft Werbemarkt in Deutschland bricht ein

Rückgang der Nettoeinnahmen: Der Werbemarkt ist nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft im vergangenen Jahr stark geschrumpft. Für 2009 wird mit einem weiteren Minus gerechnet. Erst 2010 könnte es wieder aufwärts gehen.


Berlin - Die Werbewirtschaft in Deutschland leidet unter den Folgen der Finanzkrise: Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) teilte mit dem Hinweis auf eine Umfrage unter 43 Mitgliedsverbänden mit, dass die Nettowerbeeinnahmen von Zeitungen, Zeitschriften und elektronischen Medien im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 20,36 Milliarden Euro zurückgegangen seien.

Werbeplakat: Einbrechende Einnahmen und schlechte Perspektive für die Werbewirtschaft
DPA

Werbeplakat: Einbrechende Einnahmen und schlechte Perspektive für die Werbewirtschaft

Betroffen von der Flaute sind vor allem die Publikumszeitschriften, die einen Rückgang um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,7 Milliarden Euro verkraften mussten, die Tageszeitungen mit einem Minus von 4,2 Prozent (4,37 Mrd. Euro) sowie der Hörfunk (minus 4,3 Prozent/711 Mio. Euro).

Auch die Online-Werbung ist von der schlechten Entwicklung betroffen. 2007 hatten die Anzeigen im Internet um 39,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt - 2008 war es nur noch ein Plus von 9,4 Prozent auf 754 Millionen Euro. Dafür schalteten Firmen von Januar bis März 2009 bereits Web-Anzeigen im Wert von 340 Millionen Euro, was einem Plus von 11,2 Prozent zum Vorjahresquartal entspricht.

Für 2009 rechnet der ZAW mit einem weiteren Minus von fünf bis acht Prozent, erst 2010 soll es in der Werbeindustrie wieder aufwärts gehen. "In der Werbebranche ist die Stimmung zurzeit gedämpft", sagte Kern.

Als Gründe für die trübe Lage sieht der Verband eine wegbrechende Nachfrage, etwa bei der Autoindustrie, gesättigte Märkte, wie bei Handys oder veränderte Konsumgewohnheiten. Auch die Zurückhaltung der Medien bei der Eigenwerbung sowie ihre Rabattpolitik und politische Vorgaben würden die schlechten Ergebnisse der Branche verstärken.

jar/dpa/ddp



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