Nicht zugelassene VW BER ist jetzt ein Parkplatz

Der Pannenflughafen BER nimmt den Betrieb auf und verdient sogar Geld - nur anders als geplant. Der Autobauer Volkswagen hat sich eingemietet, denn auch er hat ein Problem.

Volkswagen-Parkplatz am Hauptstadtflughafen BER
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Volkswagen-Parkplatz am Hauptstadtflughafen BER


Mehrere Hundert nicht zugelassene Volkswagen-Fahrzeuge parken jetzt am künftigen Hauptstadtflughafen BER. Sie wurden in den vergangenen Tagen auf Lastwagen nach Schönefeld gebracht, wie ein Flughafensprecher sagte. In den nächsten Wochen sollen weitere Neuwagen folgen. VW hat rund 8000 Stellplätze in drei Parkhäusern und auf drei Freiflächen am Terminal gemietet.

Grund dafür sind fehlende Zulassungen für Neuwagen, wenn im September ein neues Abgastestverfahren gilt. Deshalb gerät VW in Parkplatznot. Noch ist unklar, wie lange die Autos in Schönefeld bleiben sollen.

Neue VW in einem Parkhaus am künftigen Hauptstadtflughafen
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Neue VW in einem Parkhaus am künftigen Hauptstadtflughafen

Der neue Flughafen soll erst 2020 in Betrieb gehen - mit dann neun Jahren Verspätung. Das einstige Prestigeprojekt steckt seit Jahren in der Krise: Mehrere Eröffnungstermine scheiterten an Baumängeln, Planungsfehlern und Technikproblemen. Zuletzt hatte die Flughafengesellschaft nach einer mehrmonatigen Prüfung im Februar einen 466-seitigen Bericht vom TÜV Rheinland zur Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung im Terminal erhalten. Fazit: "Die Betriebssicherheit und Wirksamkeit kann für die bemängelten Anlagen nicht abschließend bescheinigt werden." (Eine ausführliche Rekonstruktion der diversen Pannen und Planungsfehler finden Sie hier.)

Hauptstadtflughafen ohne Betrieb
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Hauptstadtflughafen ohne Betrieb

Mit den bislang ungenutzten Parkplätzen verdient der Flughafen nach eigenen Angaben in diesem Jahr gut eine Million Euro.

Auch Volkswagen plagen Probleme: Der Autobauer wird durch den Prüfstandard WLTP ("Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure") auf eine harte Probe gestellt. Denn mehr als 260 Getriebe-Motorkombinationen müssen nach dem ab 1. September verbindlichen Standard neu gemessen und zugelassen werden. Der Konzern kommt aber nicht mit den Messungen hinterher. (Einen ausführlichen Bericht, wie der neue Prüfstandard WLTP für realistischere Abgas- und Verbrauchswerte sorgen soll, lesen Sie hier.)

Konzernweit könne es durch die Umstellung auf das WLTP-Verfahren zu Lieferverzögerungen bei 200.000 bis 250.000 Fahrzeuge kommen, hatte ein VW-Sprecher im Juni erklärt, als die Anmietung der Flächen auf dem BER verkündet wurde.

oka/dpa

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