Flut in Australien Wichtige Kohleminen noch wochenlang unbrauchbar

Die schweren Überschwemmungen in Australien treiben die Preise für Kohle und Stahl nach oben. Drei Viertel aller Kohleminen im Bundesstaat Queensland stehen still. Die drohende Verknappung trifft auch deutsche Konzerne.

Überschwemmte Kohleminie in Australien: Trockenlegung wird vorbereitet
REUTERS

Überschwemmte Kohleminie in Australien: Trockenlegung wird vorbereitet


Sydney - Schlechte Aussichten für die Kohle- und Stahlindustrie: Die Wiederaufnahme der Kohleproduktion in den überfluteten Gebieten Australiens könnte sich noch mehrere Wochen hinziehen. Der Bergbaukonzern Anglo American, der im Herzen des australischen Kohlebergbaus, dem Bundesstaat Queensland, sieben Kohleminen betreibt, bereitet derzeit die Trockenlegung der Gruben vor. "Das wird schätzungsweise einige Wochen dauern", sagte Seamus French, Chef der Kohlesparte.

Auch die Konkurrenten Rio Tinto, Xstrata und BHP Billiton sind von den Überschwemmungen betroffen. Insgesamt standen in Queensland drei Viertel der Minen still. Wegen der massiven Beeinträchtigung der Kohleproduktion durch das Hochwasser stiegen die Stahlpreise weiter.

Australien ist der größte Kohleexporteur der Welt. In den von den Fluten betroffenen Minen werden rund 35 Prozent der gesamten Kohleexporte des Landes produziert.

Der drohende Engpass hat auch Konsequenzen für die deutschen Stahlhersteller. Sie fürchten steigende Preise: "So schlimm war es mit Produktionsausfällen in Australien noch nie. Das hat auch Auswirkungen auf die deutsche Stahlindustrie", sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsvereinigung Stahl der "Berliner Zeitung". Zur Not könne man sich wohl mit Lieferungen aus anderen Ländern behelfen, vor allem aus Südafrika, sagte die Sprecherin. "Aber wir werden die Angebotsverknappung und die darauf folgenden Preissteigerungen natürlich spüren."

Bereits am Mittwoch hat der größte deutsche Energiekonzern E.on bekanntgegeben, er erwarte steigende Preise auch für die zur Stromgewinnung wichtige Kesselkohle. Hauptabnehmer von australischer Kohle wie Japan, Südkorea und Taiwan schauten sich bereits zur Deckung ihrer Nachfrage in anderen Ländern um, sagte ein Unternehmenssprecher. Im Blick hätten sie dabei Exportländer wie Russland, Südafrika, USA oder Kolumbien.

Die konkreten Folgen der Flutkatastrophe seien aber noch nicht abzuschätzen, sagte der Sprecher. Das hänge davon ab, wie lange die australischen Kohleminen von den Auswirkungen der Überschwemmungen betroffen sein werden.

hut/dpa/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
felisconcolor 06.01.2011
1. ...
dann lohnt sich ja deutsche Kohleförderung endlich wieder. Werte Kanzlerin, jetzt könnten sie punkten. Und tausenden Menschen wieder zu Lohn und Brot verhelfen... ... hier in Deutschland.
Phoenix2006 06.01.2011
2. Flutkatastrophe in Australien: Wichtige Kohleminen noch wochenlang unbrauchbar Auf Th
Zitat von sysopDie schweren Überschwemmungen in Australien treiben die Preise für Kohle und Stahl nach oben. Drei Viertel aller Kohleminen im Bundesstaat Queensland stehen still. Die drohende Verknappung trifft auch deutsche Konzerne. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,738054,00.html
Ich habe ein parr wirtschaftspolitische Fragen: In wie weit werden Redundanzen im Bezug auf Braun- und Steinkohlegewinnung (Schließung von Berwerken in Deutschland) mit berücksichtigt, wenn am anderen Ende der Welt solche Naturkatastrophen eintreten? Werden solche Szenarien der Versorgungsengpässe mit Rohstoffen neue Risikostrategienüberlegungen bewirken?
felisconcolor 06.01.2011
3. ...
Zitat von Phoenix2006Ich habe ein parr wirtschaftspolitische Fragen: In wie weit werden Redundanzen im Bezug auf Braun- und Steinkohlegewinnung (Schließung von Berwerken in Deutschland) mit berücksichtigt, wenn am anderen Ende der Welt solche Naturkatastrophen eintreten? Werden solche Szenarien der Versorgungsengpässe mit Rohstoffen neue Risikostrategienüberlegungen bewirken?
Eine gute Fragestellung. Aber das würde implizieren das genügend Intelligenz bei denjenigen vorhanden sein müsste die sich Gedanken über so etwas machen müssen.
gbartkowiak 06.01.2011
4. Die Frage stellt sich nicht
Zitat von Phoenix2006Ich habe ein parr wirtschaftspolitische Fragen: In wie weit werden Redundanzen im Bezug auf Braun- und Steinkohlegewinnung (Schließung von Berwerken in Deutschland) mit berücksichtigt, wenn am anderen Ende der Welt solche Naturkatastrophen eintreten? Werden solche Szenarien der Versorgungsengpässe mit Rohstoffen neue Risikostrategienüberlegungen bewirken?
Nach Erkenntnissen von Woodmac Kenzie wird die Produktion durch die Ereignisse in Queensland um rund 12 Mt Kokskohle und 2 Mt Kraftwerkskohle kurzfristig reduziert. DAs entspricht ca 5% des internationalen Kokskohlehandels und ca. 2% des internationalen Kraftwerkskohlehandels. Wer Lieferverträge für Australische Kohle für Januar oder Februar hat muss sich kurzfristig nach anderen Lieferanten umsehen, daher der momentane Höhenflug der Preise. In vier bis sechs Wochen wird sich das alles aber wieder normalisiert haben. Selbst wenn die Australischen Produzenten dann noch nicht zu voller Produktion zurückgekehrt sein sollten können diese relativ geringen Mengen von anderen Exporteuren ersetzt werden. Selbst bei einer längerfristigen oder dauerhaften Störung ist eine Wiederbelebung der deutschen Steinkohlenproduktion nicht wirtschaftlich zu rechtfertigen, da der Bedarf aus anderen Ländern (USA, Russland, Südafrika, Kolumbien), zu Preisen die zwar höher sind als die Australischen aber weit unterhalb der deutschen Produktionskosten liegen, gedeckt werden kann.
altruist 06.01.2011
5. Nuklear,Kohle,Alternativ-dieser Dreiklang!optimal
es ist immer gut diversitär zu sein.unter diesen randbedingungen macht doch auch die verlängerung der KKW-Laufzeiten sinn!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.