Reichster Russe Michelson Die Putin-Connection zahlt sich aus

Mit Leonid Michelson ist laut "Forbes" erstmals ein Milliardär, der nicht zur Riege der frühen Oligarchen gehört, reichster Mann Russlands. Seinen Erfolg dürfte er auch Putin zu verdanken haben.

Milliardär Leonid Michelson
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Milliardär Leonid Michelson


Das US-Magazin "Forbes" hat seine Rangliste der reichsten Unternehmer der Welt vorgestellt - und für Russland eine handfeste Überraschung mitgeliefert. Angeführt wird die Riege der vermögendsten Russen von Leonid Michelson (60 Jahre, 14,4 Milliarden Dollar).

In den vergangenen Jahren tauchten an der Spitze der reichsten Männer Russlands stets Namen auf, die schon in den Neunzigerjahren als Oligarchen zu Bekanntheit und Milliardenruhm gekommen waren: Michail Chodorkowski, Roman Abramowitsch oder Michail Prochorow.

Mit Michelson dagegen schiebt sich erstmals ein Vertreter einer neuen Riege von Magnaten ganz nach vorn, deren Aufstieg erst richtig an Fahrt gewann, als Wladimir Putin Präsident wurde. Den Grundstein von Michelsons Imperium bildet das Unternehmen Novatek. Der Konzern ist in den vergangenen Jahren zum größten privaten Gasproduzenten aufgestiegen - und macht inzwischen sogar dem staatlichen Gasriesen Gazprom das Leben schwer.

Zu den wichtigen Geschäftspartnern Michelsons gehört ein Mann namens Gennadij Timtschenko. Timtschenkos Firma Gunvor hat als Zwischenhändler mit dem Verkauf russischen Öls ins Ausland viel Geld verdient. Kurz vor Inkrafttreten der Krim-Sanktionen hatte Timtschenko seinen Anteil an der Firma verkauft. Mit von Forbes taxierten 11,4 Milliarden Dollar schiebt sich Timtschenko auf Platz sieben der reichsten Russen vor. Timtschenko kennt Putin seit vielen Jahren persönlich.

Der Aufstieg von Michelson und Timtschenko verlief ähnlich rasant. Mit einem geschätzten Vermögen von 400 Millionen Dollar rangierte Timtschenko noch 2009 unter ferner liefen, aber schon 2013 gehörte er zu Russlands Top Ten mit damals geschätzten 10,7 Milliarden Dollar.

Insgesamt ist die Zahl der Milliardäre in Russland im vergangenen Jahr gesunken - von 88 auf 77. Der Ölpreiseinbruch und Sanktionen machen auch Russlands Superreichen zu schaffen.

Weniger Milliardäre, aber ein interessanter Aufsteiger

Eine Ausnahme bildet der prominenteste Newcomer: Erstmals taucht der Name Kirill Schamalow unter Russlands Milliardären auf. Schamalow ist der Sohn von Nikolaj Schamalow, einem Unternehmer und langjährigen Freund Putins. Schamalow junior (Vermögen: rund 1,2 Milliarden Dollar) steht in Moskau im Ruf, der Ehemann von Putins Tochter Jekaterina zu sein.

Platz 1 - wie in 17 der vergangenen 22 Jahre -geht an Bill Gates. Der 60-jährige Microsoft-Gründer verlor zwar im Vergleich zum Vorjahr 4,2 Milliarden Dollar. Mit 75 Milliarden Dollar bleibt er aber der reichste Mensch der Welt.

Platz 2: Der "Zara"-Gründer Amancio Ortega (79) ist laut "Forbes" mit 67 Milliarden Dollar der zweitreichste Mensch der Welt.

Platz 3 der "Forbes"-Reichenliste 2016 geht an eine Investmentlegende: Warren Buffett (85) besitzt nach "Forbes"-Schätzung 60,8 Milliarden Dollar.

Auf Rang 4 zwei Ränge abgerutscht ist Carlos Helu Slim (76). Der mexikanische Telekom-Unternehmer büßte 27,1 Milliarden Dollar ein - muss sich aber nicht wirklich Sorgen machen: Er besitzt immer noch 50 Milliarden Dollar, schätzt "Forbes".

Platz 5 der "Forbes"-Reichenliste 2016: Amazon-Gründer Jeff Bezos (52). Er wurde nach "Forbes"-Schätzung um 10,4 Milliarden Dollar reicher und besitzt nun 45,2 Milliarden Dollar. Das bedeutete einen Sprung um zehn Plätze nach oben im Ranking und die Premiere in der Top Ten der Superreichen.

Noch stärker vermehren als Bezos konnte Mark Zuckerberg sein Vermögen - um 11,2 Milliarden Dollar, wie "Forbes" schätzt. Insgesamt sind es nun 44,6 Milliarden Dollar - was ihn ebenfalls um zehn Plätze nach oben schob. Mit 31 Jahren ist er mit Abstand der jüngste unter den zehn reichsten Menschen der Welt.

Platz 7 der "Forbes"-Reichenliste 2016: Oracle-Gründer Larry Ellison (71) besitzt geschätzte 43,6 Milliarden Dollar.

Platz 8 der "Forbes"-Reichenliste 2016: Michael Bloomberg (74) besitzt geschätzte 40 Milliarden Dollar.

Platz 9 der Superreichen-Liste von "Forbes" teilen sich zwei Milliardäre - die das allerdings nicht zu Rivalen machen wird. Denn es handelt sich um das US-Brüderpaar Charles Koch (80)...

...und David Koch (75). Die Koch-Brüder besitzen ein ganzes Konglomerat an Unternehmen und sind dafür bekannt, ihnen passende Bewerber der Republikaner bei Wahlkämpfen großzügig finanziell zu unterstützen. Kein Problem, jeder von ihnen besitzt von "Forbes" geschätzte 39,6 Milliarden Dollar.

Platz 11 der Superreichen-Liste von "Forbes" belegt die L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt. Die 93-jährige Französin besitzt von "Forbes" geschätzte 36,1 Milliarden Dollar.

Platz 12 der "Forbes"-Liste 2016 belegt Google-Gründer Lary Page (42) mit 35,2 Milliarden Dollar vor dem Google-Mitgründer...

...Sergey Brin (42) auf Rang 13 mit 34,4 Milliarden Dollar.

Rang 14 der "Forbes"-Reichenrangliste 2016 belegt der Franzose Bernard Arnault. Der 66-Jährige ist Haupteigentümer des Luxusgüterkonzerns LVMH und besitzt geschätzt 34 Milliarden Dollar.

Platz 15 bis Platz 17 wird von drei Geschwistern belegt: Den Erben des Walmart-Gründers Sam Walton. Unter ihnen derzeit der reichste: Jim Walton, 67 Jahre, geschätztes Vermögen: 33,6 Milliarden Dollar.

Platz 16: Alice Walton, 66 Jahre, geschätztes Vermögen: 32,3 Milliarden Dollar.

Platz 17: Robson Walton, 71 Jahre, geschätztes Vermögen: 31,9 Milliarden Dollar.

Auf Platz 18 der "Forbes"-Liste 2016 liegt der reichste Chinese: Wang Jianlin, geschätzte 28,7 Milliarden Dollar schwer, 61 Jahre, Immobilienmogul.

Er galt lange Zeit als reichster Mann Asiens - landet aber in der aktuellen "Forbes"-Liste zwei Ränge hinter seinem Landsmann Wang Jianlin auf Platz 20: Li Ka-Shing, 87 Jahre alt. Der Chinese herrscht über ein Konglomerat an Firmen.

Platz 21 belegen die reichsten Deutschen: Die Aldi-Süd-Erben Beate Heister und Karl Albrecht Junior mit einem von "Forbes" auf 25,9 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen.

Auf Platz 34 landet in diesem Jahr ein anderer Aldi-Erbe, diesmal der des Nord-Reiches: Theo Albrecht Junior, 65 Jahre alt, geschätztes Vermögen: 20,3 Milliarden Dollar.

Platz 38 belegt Susanne Klatten, BMW-Erbin. Sie besitzt "Forbes" zufolge 18,5 Milliarden Dollar.

Platz 39 geht ebenfalls an einen Firmenerben aus dem Automobilbereich: Georg F. W. Schaeffler, Hauptanteilseigner der Schaeffler-Gruppe, 18,1 Milliarden Dollar Vermögen nach "Forbes"-Schätzung.

Mit 4,5 Milliarden Dollar auf Platz 324 von "Forbes" dramatisch zu arm geschätzt fühlt sich Donald Trump. Mehr als zehn Milliarden Dollar sei er schwer, ließ der 69-jährige Erbe, Immobilientycoon und aussichtsreicher Bewerber um die republikanische US-Präsidentschaftskandidatur seine Pressestelle ausrichten.

Schamalow ist mit 21 Prozent Großaktionär des Petrochemie-Riesen Sibur. Der Konzern gehörte lange einer Gazprom-Tochter, wurde 2010 aber an Michelsons Firma Mirakel verkauft. Auch sein Geschäftspartner Timtschenko stieg mit ein. Der wiederum verkaufte Schamalow einen Anteil. Die Höhe des Kaufpreises ist unbekannt, ebenso der Ursprung des Geldes, mit dem Putins mutmaßlicher Schwiegersohn die Akquisition tätigte.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, bei der Firma Gunvor handele es sich um ein Unternehmen der Gasbranche. Tatsächlich widmet sich der Konzern dem Ölhandel.

beb



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