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France Telecom: Vier Mitarbeiter begehen Selbstmord

Zufall oder Folge schlechter Arbeitsbedingungen? Vier Mitarbeiter der France Telecom haben sich binnen weniger Wochen umgebracht. Gewerkschafter behaupten, die Neuordnung des Konzerns sei zumindest mit Schuld - das Unternehmen weist die Vorwürfe vehement zurück.

Paris - Er hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen. Doch darin schrieb er laut der Gewerkschaft Sud-PTT nicht, dass er seit Jahren alleine sei, wohl aber von seinen neuen Arbeitszeiten und der Versetzung in einen Vorort von Straßburg. Für die Sud-PTT ist deshalb klar: Die Selbstmorde haben zumindest teilweise mit der Neuordnung der France Telecom zu tun.

Der Suizid ist kein Einzelfall. Ein anderer Mitarbeiter aus Südfrankreich habe sich umgebracht, nachdem er schlecht mit der neuen Technik am Arbeitsplatz zurechtgekommen sei, sagt die Gewerkschaft FT-Est. Hinzu kommen den Arbeitnehmervertretern zufolge zwei weitere Selbstmorde bei France Telecom Chart zeigen in anderen Teilen Frankreichs.

Eine Regionalmanagerin des Unternehmens erklärte, dass es "keinen offensichtlichen Zusammenhang" zwischen den Selbstmorden und der Firma gebe. Nichts im Verhalten der Mitarbeiter habe darauf hingedeutet, dass sie sie derart unglücklich gewesen seien. "Weder ihr Umfeld noch ihre Manager noch Kollegen haben etwas gemerkt", sagte die Managerin.

Arbeitnehmervertreter in Frankreich nennen immer wieder Stress im Job als Grund dafür, dass sich Mitarbeiter von großen Unternehmen das Leben nehmen. In den vergangen Jahren brachten sich ein Dutzend Angestellte bei französischen Autobauern, beim Energie-Konzern EDF, beim Atomriesen Areva und der Post um. Sogar Staatschef Sarkozy äußerte sich zu den Selbstmorden - er sei sehr betroffen über die "traurige Reihung", sagte er damals.

cvk/AFP

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