Konjunktur Frankreichs Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Die französische Wirtschaft hat im ersten Quartal stärker zugelegt als bisher bekannt. Das Bruttoinlandsprodukt legte erneut um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu - vor allem, weil die Unternehmen investierten.

Kaufhaus Galeries Lafayatte in Paris
AP/dpa

Kaufhaus Galeries Lafayatte in Paris


Die französische Wirtschaft ist im ersten Quartal kräftiger als bislang angenommen gewachsen. Wie das nationale Statistikamt Insee am Freitag in einer dritten Schätzung mitteilte, wuchs die Wirtschaftsleistung (BIP) in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 0,5 Prozent zum Vorquartal.

Damit wurde das Ergebnis zum zweiten Mal nach oben korrigiert: Eine erste Schätzung hatte ein Plus von 0,3 Prozent ergeben, die zunächst auf 0,4 Prozent und nun auf den endgültigen Wert angehoben wurde. Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wuchs damit genauso schnell wie die Währungsunion insgesamt. Dafür sorgten vor allem steigende Investitionen der Unternehmen. Dagegen bremsten sinkende Exporte und ein stagnierender Konsum.

Die Wirtschaft dürfte in diesem Jahr insgesamt so stark wachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr, prognostiziert das Statistikamt. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 Prozent zulegen nach 1,1 Prozent im Vorjahr. Gründe seien eine geringere Arbeitslosigkeit und günstigere Exportbedingungen. Die Statistiker erwarten bis zum Jahresende eine Erwerbslosenrate von 9,4 Prozent, das wäre der niedrigste Stand seit Ende 2011. Die bessere Konjunktur dürfte dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron Rückenwind geben.

In der gesamten Eurozone gab es im Juni dagegen einen Dämpfer. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel um 0,9 auf 55,7 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit fünf Monaten, wie das Institut IHS Markit am Freitag zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte. Insgesamt aber fällt das Wirtschaftswachstum Markit zufolge so gut aus wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr.

nck/Reuters

insgesamt 19 Beiträge
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sogehtdasnicht 23.06.2017
1. Arbeitsmarktreform abblasen...
Na da wird es Macron ja schwer haben, seine neobliberalen Reformen zu begründen. So schlecht läuft der Laden in Frankreich nämlich gar nicht, wie wir hier immer tun. Wir blenden ja gerne aus, das Frankreich eine bessere Produktivitätsentwicklung als Deutschland hat. "Experten" sind ja immer noch verwundert, dass Länder mit ausgeprägten Niedriglohnsektoren und niedrigerem Kündigungsschutz (oder Zeitverträgen) langsamer die Produktivität steigern. (Ist aber gar nicht schwer zu verstehen, dass schlecht bezahlte Arbeitnehmer nicht gerade wild aufs Wegrationalisieren ihrer Arbeitsplätze sind oder auch sonst denken "Wenn du so tust, als bezahlst du mich, dann tue ich so, als arbeite ich.") Blick nach Niederlande hätte genügt, um das auch für Deutschland vorherzusagen.
jollen 23.06.2017
2.
Zitat von sogehtdasnichtNa da wird es Macron ja schwer haben, seine neobliberalen Reformen zu begründen. So schlecht läuft der Laden in Frankreich nämlich gar nicht, wie wir hier immer tun. Wir blenden ja gerne aus, das Frankreich eine bessere Produktivitätsentwicklung als Deutschland hat. "Experten" sind ja immer noch verwundert, dass Länder mit ausgeprägten Niedriglohnsektoren und niedrigerem Kündigungsschutz (oder Zeitverträgen) langsamer die Produktivität steigern. (Ist aber gar nicht schwer zu verstehen, dass schlecht bezahlte Arbeitnehmer nicht gerade wild aufs Wegrationalisieren ihrer Arbeitsplätze sind oder auch sonst denken "Wenn du so tust, als bezahlst du mich, dann tue ich so, als arbeite ich.") Blick nach Niederlande hätte genügt, um das auch für Deutschland vorherzusagen.
Neuverschuldung Frankreich? Arbeitslosigkeit Frankreich? Wieso braucht Frankreich Reformen, wenn dort doch alles super ist? Und wieso bietet Gabriel Finanzhilfen in Form eines Investitionsfonds an? Die müssen Deutschland unterstützen, denen geht es so gut.
Hoberg 23.06.2017
3. #1 keine Ahnung von Wirtschaft
die Produktivität ist kein Parameter des Engagements, sondern der Quotienten aus Leistung und Personaleinsatz . Gerade der Billiglohnsektor ermöglicht es Unternehmen Ungelernte nicht weg zu rationalisieren sondern diese weiter zu beschäftigen.Dies senkt die gemessene Produktivität und senkt die Arbeitslosigkeit. In Frankreich ist diese knapp doppelt so hoch wie in Deutschland, weil es diesen so nicht gibt.
carahyba 23.06.2017
4. Wasserstandsmeldungen ...
Das Wachstum hat in den letzten sechs Jahr im Mittel nur sehr schwach zugenommen. Nun wächst die Wirtschaft in zwei drei Ländern der EU etwas über dem Durchschitt von 1.5%, z.B. Portugal. Die EU insgesamt leidet unter einer lang anhaltenden Stagnation und wird weiter darunter leiden dank des Austeritätsdiktats Deutschlands. Wir sehen schon heute wo das in einem reichen Land hinführt, Knappheit an Wohnraum, Verfall der Infrastruktur, Abbau der Sozialleistungen, Zusammenbruch der Bildungseinrichtungen auf allen Niveaus, Einschränkungen der Gesundheitsversorgung, Notstand bei Altenbetreung usw.
Schweineschnitzel0815 23.06.2017
5.
Passt alles in Bild. Frankreich blüht auf nur, weil ein Herr Macron so ein bezauberndes Lächeln besitzt. Wie heißt es so schön? Bild Dir Deine Meinung, die WIR Dir sagen. Schauen wir mal, wenn die ersten Tat vollbracht sind. Da ich mich als Pessimisten bezeichne, lasse ich mich ab und zu auch gerne überraschen.
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