Frühzeitiger Abgang Claassen übergibt EnBW-Chefsessel schon im Oktober

EnBW-Chef Utz Claassen geht früher als angenommen: Schon am 1. Oktober soll sein designierter Nachfolger, Hans-Peter Villis, den Chefposten bei EnBW übernehmen.


Karlsruhe - Der derzeitige Chef des Energiekonzerns EnBW Chart zeigen, Utz Claassen, war nach bisherigen Angaben davon ausgegangen, bis Ende April 2008 im Amt zu bleiben und damit seinen Vertrag voll zu erfüllen. Nach Angaben des Unternehmens übernimmt der Villis nun doch schon vom 1. Oktober 2007 an das Ruder bei der EnBW. Der vorzeitige Wechsel Claassens sei im gegenseitigen Einvernehmen mit dem EnBW-Aufsichtsrat vereinbart worden, erklärte der Energieversorger heute jedoch.

EnBW-Chef-Claassen: Villis gilt als Favorit von EdF
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EnBW-Chef-Claassen: Villis gilt als Favorit von EdF

Villis war Anfang Juli als neuer Chef des drittgrößten deutschen Energiekonzerns vorgestellt worden. Der 1959 geborene Manager ist derzeit Finanzvorstand bei E.on Nordic in Schweden.

Schon die Ankündigung Claassens im Juni, zurücktreten zu wollen, kam überraschend. Er war vor vier Jahren als Sanierer bei dem Versorger angetreten und hatte das Unternehmen zuletzt zu einem Milliardengewinn geführt.

Nach seinem angekündigten Abgang hatte er Medienberichte über angebliche Differenzen mit dem Großaktionär Electricité de France (EdF) zurückgewiesen. Villis galt als Favorit der Franzosen. Diese vergrößern ihren Einfluss in Karlsruhe auch mit der Beförderung von Pierre Lederer. Der für das operative Geschäft von EnBW zuständige Franzose wird zum 1. Oktober stellvertretender Vorstandschef. Die EdF hält ebenso wie der kommunale Zweckverband OEW 45 Prozent an der EnBW.

ase/dpa-AFX/Reuters



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