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Fusion: Commerzbank schließt Dresdner-Bank-Übernahme ab

Die Commerzbank hat die Übernahme der Dresdner Bank vollzogen. Das zweitgrößte Geldhaus Deutschland sei damit alleiniger Aktionär der Allianz-Tochter, teilte das Unternehmen mit. Die Transaktion war nur mit zwei milliardenschweren Finanzspritzen aus Steuermitteln möglich.

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dapd

Commerzbank in Düsseldorf: Dresdner Bank fast zum halben Preis gekauft

Frankfurt am Main - Nach der jüngsten Kapitalspritze aus Steuermitteln hat die Commerzbank die Übernahme der Dresdner Bank unter Dach und Fach gebracht. Der Kauf der Allianz-Tochter sei in das Handelsregister eingetragen und damit vollzogen worden, teilte die Bank am Montagabend mit. Die Verschmelzung ist für Frühjahr geplant. Die Commerzbank ist damit alleiniger Aktionär der Dresdner.

Früheren Angaben zufolge soll die Marke Dresdner Bank verschwinden. Der Versicherungskonzern Allianz Chart zeigen beteiligt sich mit rund 14 Prozent an der neuen Commerzbank Chart zeigen, die vor allem im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft den Branchenprimus Deutsche Bank angreifen will. Im Rahmen der Fusion sollen 9000 Jobs wegfallen, davon 6500 im Inland. Bankleitzahlen und Kontonummern der Kunden ändern sich durch den Vollzug der Übernahme und die Verschmelzung nicht.

Der Abschluss der rund fünf Milliarden Euro teuren Übernahme war möglich geworden, nachdem der Staat seine Kapitalhilfen für die Commerzbank um zehn Milliarden auf mehr als 18 Milliarden Euro erhöht hat. Der Bund beteiligt sich dadurch mit gut 25 Prozent an dem Institut. Das Geld kommt aus dem Banken-Rettungsfonds Soffin. Auch die Allianz schoss nochmals frisches Geld zu, um den Verkauf der Verluste schreibenden Tochter zu retten.

Mit den Hilfen soll die nach Abschreibungen dünner gewordene Kapitaldecke bei Dresdner Bank und Commerzbank gestärkt werden. Die Commerzbank rechnet nun mit einer Kernkapitalquote nach der Übernahme von rund zehn Prozent, was dem Niveau der Deutschen Bank Chart zeigen entspricht.

Bei der Bekanntgabe der Übernahme vor vier Monaten wollte die Commerzbank die Dresdner Bank in zwei Schritten übernehmen. Nach einem ersten Einstieg im Januar sollte die Bank dann in der zweiten Hälfte 2009 komplett geschluckt werden. Im November einigten sich aber beide Seiten angesichts der verschärften Finanzkrise darauf, die Transaktion vorzuziehen. Zudem zahlt die Commerzbank mit fünf Milliarden Euro fast nur noch halb soviel wie ursprünglich verabredet.

Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte am Wochenende den Vorwurf zurückgewiesen, die Risiken bei der Übernahme auch im Zuge der Nachverhandlungen Ende November nicht richtig eingeschätzt zu haben. "Die neuen Löcher wurden erst im Dezember offensichtlich", hatte er der Zeitung "Welt" gesagt.

kaz/Reuters/AP

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