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G-8-Gipfel: China und Indien verweigern Kooperation beim Klimaschutz

Die großen Schwellenländer versagen den Industrienationen die Gefolgschaft im Kampf gegen den Klimawandel. Beim Treffen mit der G-8-Gruppe machten China und Indien deutlich, dass sie vorerst keine Maßnahmen zur Drosselung der CO2-Emissionen ergreifen wollen.

Toyako - Mit der Rolle als Zaungast geben sich die großen Schwellenländer beim diesjährigen G-8-Gipfel in Japan nicht zufrieden. Im Gegenteil: Die Regierungschefs aus China, Indien, Brasilien, Südafrika und Mexiko, die sogenannte G-5-Gruppe, präsentierte sich vor den Treffen mit den G-8-Staaten mit eigenen Positionen.

Luftverschmutzung in Peking: Die Klimakrise kann ohne China und Indien kaum gelöst werden
AFP

Luftverschmutzung in Peking: Die Klimakrise kann ohne China und Indien kaum gelöst werden

Beim Hauptthema Klima etwa wollen einige G-5-Mitglieder der offiziellen Gipfellinie nicht folgen. Zwar bekannten sich die Schwellenländer ebenso wie die G-8-Staaten zu einer "gemeinsamen Vision" für Maßnahmen gegen den Klimawandel. In einer veröffentlichten Stellungnahme hieß es, es seien "tiefe Einschnitte" beim globalen Ausstoß von Treibhausgasen nötig, um die Erderwärmung zu stoppen. Die Staatengruppe drang darauf, die Szenarien von Uno-Experten zum Klimawandel ernsthaft zu berücksichtigen. Diese sehen Einschnitte entweder zwischen 50 und 85 oder zwischen 30 und 60 Prozent bis zum Jahr 2050 vor.

China und Indien allerdings signalisierten einem hochrangigen Vertreter Frankreichs zufolge, dem von den G8 ausgegebenen Ziel einer Emissionsminderung um 50 Prozent derzeit noch nicht folgen zu wollen. Die beiden asiatischen Länder hätten sich lediglich bereit gezeigt, zu einem späteren Zeitpunkt Maßnahmen zur Drosselung des Treibhausgasausstoßes zu ergreifen. Das wiegt umso schwerer, da die Klimakrise ohne China und Indien kaum gelöst werden kann.

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Zudem ermahnte die G5 die reichen Industrienationen, Handelsbarrieren und landwirtschaftliche Subventionen abzubauen. Ziel müsse die Schaffung eines "gerechten, offenen, vernünftigen und nicht diskriminierenden internationalen Handelssystems" sein, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die vor dem Treffen mit den Führern der G-8-Staaten USA, Deutschland, Kanada, Japan, Russland, Frankreich, Großbritannien und Italien veröffentlicht wurde.

Die Schwellenstaaten klagen über "protektionistische Verzerrungen", finanzielle Ungewissheiten und die steigenden Öl- und Getreidepreise. Besorgt äußerten sie sich auch über die Inflation. Um ein stabiles und transparenteres internationales Finanzsystem zu schaffen, müsse in der Entscheidungsfindung von Währungsfonds und Weltbank deutlich besser auf die Stimme der Entwicklungsländer gehört werden.

China fordert mehr Hungerhilfe

Der chinesischen Präsident Hu Jintao forderte überdies mehr Hilfe für die Leidtragenden der Welternährungskrise ein. Gleichzeitig wies er Aussagen zurück, wonach der wirtschaftliche Aufstieg einiger Entwicklungsländer und deren steigende Nachfrage für die Nahrungskrise verantwortlich sein sollen. "Das hat nichts mit den Fakten zu tun, auch ist es keine konstruktive Haltung, um das Problem zu lösen", sagte Hu Jintao nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zog dennoch eine positive Zwischenbilanz der im Vorjahr in Heiligendamm gestarteten engeren Dialogform mit den Schwellenländern. Dieser "Heiligendamm-Prozess" habe sich bewährt, die Partner seien sich seiner Bedeutung bewusst, sagte Merkel.

Der Gipfel in Toyako sei das geeignete Forum, um diesem Projekt noch mehr Schwung zu geben, hieß es weiter. Der "Heiligendamm-Prozess" war vor einem Jahr beim Gipfel in Deutschland aus der Taufe gehoben worden. Er stellt zum Teil auch eine Alternative zu immer wieder aufkommenden Forderungen nach einer Erweiterung der G8 um die größten aufstrebenden Schwellenländer.

suc/Reuters/dpa-AFX

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Forum - G8 - Gipfel ohne Sinn?
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1. Auf Comical Ali Niveau
founder 08.07.2008
Es gnügt nicht den glorreichen Sieg der irakischen Armee über die USA zu verkünden, es genügt nicht mehr Ölproduktion zu verkünden (http://politik.pege.org/2008/oelkonferenz-140.htm) Es ist schockierend, mit welch lächerlichen Sprüchen diese Konferenz zu Ende ging. Der Kapitän der Titanic verkündet (http://politik.pege.org/2008-titanic/) "Wir steigern die Leistung der Pumpen, um das durch einen winzigen Haarriß einströmende Wasser aus dem Schiff zu bekommen". Peak Oil ist Geschichte, die Produktion geht zurück. Aber auch auf der Titanic hat man 1 Stunde gebraucht um drauf zu kommen, daß das Schiff sinkt (http://politik.pege.org/2008-titanic/schadensbericht.htm) Wir brauchen jetzt Konzpte für den Ölausstieg (http://politik.pege.org/2008-oelausstieg/) und nicht die laute Musik einer Band, die nur spielt um Panik zu vermeiden.
2.
rkinfo 08.07.2008
Zitat von founderEs gnügt nicht den glorreichen Sieg der irakischen Armee über die USA zu verkünden, es genügt nicht mehr Ölproduktion zu verkünden (http://politik.pege.org/2008/oelkonferenz-140.htm) Es ist schockierend, mit welch lächerlichen Sprüchen diese Konferenz zu Ende ging. Der Kapitän der Titanic verkündet (http://politik.pege.org/2008-titanic/) "Wir steigern die Leistung der Pumpen, um das durch einen winzigen Haarriß einströmende Wasser aus dem Schiff zu bekommen". Peak Oil ist Geschichte, die Produktion geht zurück. Aber auch auf der Titanic hat man 1 Stunde gebraucht um drauf zu kommen, daß das Schiff sinkt (http://politik.pege.org/2008-titanic/schadensbericht.htm) Wir brauchen jetzt Konzpte für den Ölausstieg (http://politik.pege.org/2008-oelausstieg/) und nicht die laute Musik einer Band, die nur spielt um Panik zu vermeiden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,564691,00.html Fehlende Nahrung für 30 Mill. arme Menschen und Einschränkungen für 260 Mill. - bei 6.000 Mill. problemlos ernährbaren Menschen mit teils überreichlichen Nahrungsverbrauch (Fettleibigkeit). Das ist nicht einmal ein Verteilungsproblem oder gar ein Mengenproblem. Jenes entsteht nur, weil ca. 1-2000 Mill. Menschen deutlich mehr Nahrung benötigen, was durch Investitionen in die Landwirtschaft auch umgesetzt wird. Es ist bezeichnend, dass ein 'Peak of Food' definiert wird, während es nachweislich nur den 'Peak of Oil' gibt. Allein in 'D' könnten wir locker die ca. 20-35 Mill. to zusätzliche Lebensmittel für alle Hungernden und betroffenen Menschen der Erde erzeugen und ausliefern. Lohnt sich aber nicht, da weltweit genügend Nahrung vorhanden ist, nur nicht genügend Geld dafür. UND - 5kg Brot kosten heute soviel an Weizen wie 1 Liter Diesel ... Biodiesel Nein Danke ?
3.
Prinzle 08.07.2008
was bei diesem Treffen wieder besprochen wurde ist einfach lachthaft. Anstatt wirklich mal Nägel mit Köpfen zu machen bitten und betteln die größten 8 um mehr Öl. Eigentlich sollte man meinen das inzwischen auch der letzte aufgewacht ist und man verstärkt auf Einsparung und alternative Energien setzt, aber dem ist anscheinend noch lange nicht so.. Die 50% Reduktion bis 2050 ohne verbdinliche Ziele ist eigentlich schon fast unverschämt. Ich habe momentan den Eindruck, das es viele Leute einfach nicht wahrhaben wollen was momentan mit dem Ölpreis passiert, da schimpft man dann lieber auf die OPEC oder Spekulanten. Das größte Potential würde Einsparung bringen, aber von dem hohen Ross wollen Amerikaner und Europäer wohl noch lange nicht absteigen. Ich hoffe nur, dass der Ölpreis weiterhin auf die 2,- 3..5,- EUR zusteuert, anderst tut sich in der Hinsicht sonst leider nichts. Würde ein Herr Bush mal vorne an das Rednerpult stehen und erklären, dass er in den nächsten Jahren bis zu 50Billionen US$ für alternative Energien verwenden will, dann wäre das Problem mit dem hohen Ölpreis sehr schnell erledigt. Bei einem Wehretat von knapp 600$ wäre das doch absolut machbar.
4. Weg vom Öl
Tom_63, 08.07.2008
Nicht über den Atomausstieg sollte diskutiert werden sonder den Ausstieg vom Öl. Jetzt sollte damit begonnen werden und nicht in ein paar Jahren. Dabei muss uns allen klar sein das dieser Ausstieg große Einschnitte für uns alle bedeutet, aber die goldenen Zeiten des Öls gehen nunmal vorbei.
5.
Zwiebel, 08.07.2008
Zitat von sysopEs ist wieder soweit: Das Treffen der G8-Regierungschefs nimmt sich der aktuellen Probleme der Welt an. Wie üblich wird viel beschlossen - doch wie werden die Beschlüsse umgesetzt? Bringen die Gipfeltreffen überhaupt etwas?
Sicher war das Treffen ohne (Prof.) Sinn. Dennoch hat Herr Steinbrück und Frau Merkel Recht, obwohl ich dies nur sehr ungern zugebe. Ein Absenken der Mineralölsteuer würde wohl tatsächlich vom Markt ausgenutzt werden und somit den Preis weiter vorantreiben. Auch hat Frau Merkel Recht, wenn sie einen sparsameren Umgang mit Energie fordert und einen hohen Preis als Warnsignal für knappe Ressourcen beibehalten will. Das Ausklammern von Kernenergie ist jedoch meiner Meinung nach lobbyistischer Blödsinn. Wir können nicht mit Kohle, Gas oder Öl das Klima verbessern, geschweige denn uns aus dem Würgegriff der Opec befreien. Das größte Einsparungspotential ist unser Hirn, wobei wir weniger bei dessen Funktion als bei der aktiven Einsparmöglichkeit bei jedem einzelnen suchen sollten. Der tollste Witz war neulich der Vorschlag einer vier-Tage-Woche um Sprit zu sparen. Ich frage mich bei solchem Quatsch ob es den Leuten nicht genügt, wenn sie an zwei Tagen sinnlos den Tank leerfahren, weil irgendwo der Kaffee, die Bratwurst oder das Bier angeblich besser schmeckt als daheim. Gruß Zwiebel
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