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G20 in Cannes IWF soll Krisenländer durch mehr Kredite stützen

IWF-Chefin Lagarde: Mehr Geld gegen FinanzkrisenZur Großansicht
AFP

IWF-Chefin Lagarde: Mehr Geld gegen Finanzkrisen

Die G-20-Chefs ziehen Konsequenzen aus dem Griechenland-Drama. Der internationale Währungsfonds IWF soll künftig kurzfristige Liquiditätskredite an Krisenländer wie Italien oder Spanien vergeben. Geplant sind bis zu 500 Prozent vom Kapitalanteil. Mit dem Beschluss wird am Freitag gerechnet.

Cannes - Der Internationale Währungsfonds ( IWF) soll künftig noch mehr zur Finanzfeuerwehr für Krisenstaaten ausgebaut werden. Auf dem Gipfeltreffen der G-20-Chefs in Cannes soll nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") am Freitag beschlossen werden, dass der IWF kurzfristige Liquiditätskredite ausgibt, um Länder vorbeugend vor einer Finanzkrise zu schützen.

Die Maßnahme war in der Nacht zum Freitag Thema bei einem Gespräch von Spitzenvertretern der Euro-Zone in Cannes mit US-Präsident Barack Obama und US-Finanzminister Timothy Geithner. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte zuvor davor gewarnt, dass sich die Wachstumsaussichten weltweit verschlechtert hätten.

Die Liquiditätslinie könnte laut "FAZ" auch in Ländern des Euro-Raums Anwendung finden. Regierungen sollen demnach bis zu 500 Prozent ihres Kapitalanteils am Währungsfonds ziehen können. Für Italien könnte das rund 45 Milliarden Euro bedeuten, für Spanien bis zu 23 Milliarden Euro. Die Liquiditätskredite würden für sechs Monate vergeben und könnten einmal verlängert werden. Zugriff auf die Kredite sollen nur Länder haben, die bis auf wenige Schwächen eine gute Wirtschaftspolitik und solide Fundamentaldaten vorweisen können.

Ein weiteres Thema der nächtlichen Sitzung in Cannes war nach Angaben aus den Delegationen die bereits beschlossene Stärkung des europäischen Krisenfonds für klamme Euro-Staaten EFSF. Bei einer Variante eines "Hebels" zur Steigerung der Ausleihkapazität soll der IWF beteiligt werden. Die Schlagkraft des Fonds soll mit dem Kredithebel auf rund eine Billion Euro ausgeweitet werden.

Russland, China und Co. beraten über Euro-Hilfen

Von europäischer Seite nahmen unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi teil. Auch Spitzenvertreter der EU-Institutionen saßen am Tisch, unter ihnen der neue Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Am zweiten und letzten Tag des Cannes-Gipfels dürfte es erneut um die Krise in Griechenland gehen. Auf der Agenda stehen aber auch die Themen Klima und Energie. Außerdem wollen die Staats- und Regierungschefs über den Kampf gegen grenzüberschreitende Steuerflucht, die Regulierung der Finanzmärkte, Bekämpfung der Korruption und explodierende Preise von Nahrungsmitteln sprechen.

An der französischen Mittelmeerküste sind neben den großen westlichen Industriestaaten auch aufstrebende Nationen wie China, Indien, Brasilien und Mexiko mit ihren Staats- und Regierungschefs vertreten. Vertreter dieser Volkswirtschaften trafen sich in Cannes, um über Hilfen für die Euro-Zone zu beraten.

"Ich denke, wir werden den Ländern der Euro-Zone irgendeine Art von Unterstützung anbieten", sagte der russische Präsident Dmitrij Medwedew am Donnerstag. Getagt hätten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. "Heute hat sich alles um das Thema Krise in der Euro-Zone gedreht und um die extravagante Position Griechenlands, die sich im Verlaufe des Tages mehrfach geändert hat", sagte Medwedew. Er fügte hinzu: "Unsere Kollegen haben Kopfschmerzen wegen der Lage in Griechenland und wegen der in Italien und Spanien."

als/dpa/dapd

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insgesamt 18 Beiträge
hurgelwurg 04.11.2011
Was heisst denn "kurzfristig"? Zurückggezahlt wird doch ohnehin nichts mehr. Diese Länder haben bereits genug Kredite aufgenommen deren Geld irgendwo versackt ist. Zum Aufbau der Wirtschaft wurde es ja [...]
Zitat von sysopDie G-20-Chefs ziehen Konsequenzen aus dem Griechenland-Drama. Der internationale Währungsfonds IWF soll künftig kurzfristige Liquiditätskredite an Krisenländer wie Italien oder Spanien vergeben. Geplant sind bis zu 500 Prozent vom Kapitalanteil. Mit dem Beschluss wird*am Freitag*gerechnet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,795798,00.html
Was heisst denn "kurzfristig"? Zurückggezahlt wird doch ohnehin nichts mehr. Diese Länder haben bereits genug Kredite aufgenommen deren Geld irgendwo versackt ist. Zum Aufbau der Wirtschaft wurde es ja offensichtlich nicht verwendet. Warum macht man den selben Fehler zweimal?
KING 04.11.2011
Hauptsache Geld wird verteilt. Ich bin mir am überlegen Schulden zu machen, scheinbar bekommt man dann noch mehr Geld. Ohne Schulden - kein Geld! Stimmt also doch.
Hauptsache Geld wird verteilt. Ich bin mir am überlegen Schulden zu machen, scheinbar bekommt man dann noch mehr Geld. Ohne Schulden - kein Geld! Stimmt also doch.
pontifactus 04.11.2011
und systemrelevant. das sind keine fehler. das dient rein der systemerhaltung und der erhaltung des status quo. was glauben sie würde passieren, wenn das system "kapitalismus" einknickt? es bleibt, wie es ist? nein, [...]
Zitat von hurgelwurgWas heisst denn "kurzfristig"? Zurückggezahlt wird doch ohnehin nichts mehr. Diese Länder haben bereits genug Kredite aufgenommen deren Geld irgendwo versackt ist. Zum Aufbau der Wirtschaft wurde es ja offensichtlich nicht verwendet. Warum macht man den selben Fehler zweimal?
und systemrelevant. das sind keine fehler. das dient rein der systemerhaltung und der erhaltung des status quo. was glauben sie würde passieren, wenn das system "kapitalismus" einknickt? es bleibt, wie es ist? nein, die karten würden neu gemsicht werden. ob die "eliten" dann immer noch eliten sind? sie haben angst vor einem systemwechsel, siehe ostblock. gab keinen krieg, aber alles wurde anders. und ob sich dann unsere politkaste immer noch hält? sie wollen unter ALLEN umständen oben bleiben, koste es den bürger, was es wolle.
shokaku 04.11.2011
Weil ein Junkie nicht von seinem Dope lassen kann. Die "Logik" die hinter der ausufernden Staatsverschuldung steht, sich mit der Verwendung von nicht vorhandenem Geld vor unangenehmen Entscheidungen zu drücken, und im [...]
Zitat von hurgelwurgWarum macht man den selben Fehler zweimal?
Weil ein Junkie nicht von seinem Dope lassen kann. Die "Logik" die hinter der ausufernden Staatsverschuldung steht, sich mit der Verwendung von nicht vorhandenem Geld vor unangenehmen Entscheidungen zu drücken, und im Zweifel auch die eine oder andere Wählerstimme "einzukaufen" ist ja immer noch dieselbe. D.h. Staaten werden solange weiter munter Schulden machen, wie ihnen noch etwas geliehen wird.
beebo 04.11.2011
So Länder wie Italien und Spanien sind für den IWF zu teuer, weil die zu hohe Schulden haben. Wenn die so welche Länder helfen, wird der Kredittopf schnell leer werden.
So Länder wie Italien und Spanien sind für den IWF zu teuer, weil die zu hohe Schulden haben. Wenn die so welche Länder helfen, wird der Kredittopf schnell leer werden.
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