Verträge-Check Gas, Strom, Telefon - so sparen Sie bis zu 5000 Euro

Wenig Aufwand, viel Ertrag: Wer seine Verträge für Strom, Gas, Handy und Kabelanschluss auf den Prüfstand stellt, kann Tausende Euro sparen. Glauben Sie nicht? Hier ist der Beweis.

Gasflamme: Der Wechsel des Anbieters brachte einem Berliner Haushalt 1348 Euro Ersparnis im Jahr
dpa

Gasflamme: Der Wechsel des Anbieters brachte einem Berliner Haushalt 1348 Euro Ersparnis im Jahr


Haben Sie schon mal Ihren Rechnungsordner durchgeblättert und sich gefragt, ob Sie irgendwo zu viel bezahlen? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das für viele Ihrer Verträge gilt.

Das jedenfalls ist die Erfahrung, die wir gerade bei unseren Kalkulationen machen, die wir für einen Berliner Radiosender durchführen. Der Sender hatte seine Hörer aufgefordert, ihre Rechnungsordner für die Redaktion zu öffnen: Durchschnittlich ließen sich mit unseren Tipps mehr als 1000 Euro einsparen. Jahr für Jahr - ohne Abstriche bei der Leistung.

Die Einsparpotentiale sind beeindruckend. Schließlich lässt sich heute auf Heller und Pfennig ausrechnen, wie viel mehr Geld ein Haushalt in der Tasche hat, nachdem er Strom- und Gasvertrag gewechselt, Handy- und Festnetzverträge angepasst und das Tagesgeld von einem Konto mit 0,01 Prozent Zinsen auf ein Konto mit einem Prozent Zinsen umgeschaufelt hat. Das Interessante: Es sind immer wieder die gleichen Verträge, die unnötig viel Geld kosten.

Strom und Gas: Sinkt nach dem Vertragswechsel die Stromrechnung für einen Haushalt mit drei Erwachsenen und großem Haus von 148 Euro im Monat auf 99 Euro und für die Gasheizung von 200 Euro im Monat auf 137 Euro, bringt das allein diesem Berliner Haushalt 1348 Euro mehr übers Jahr. Obwohl Gas und Strom genauso zuverlässig wie bisher fließen.

Die Kosten für das erste Handy mit Allnet-Flat fallen in unseren Beispielen von 48 auf 15 Euro. Der Partnervertrag kostet noch 9 statt 15 Euro und die Kombination aus Kabel-, Festnetz- und Internetanschluss kostet die beiden Rentner und ihren Sohn noch 38 statt 85 Euro. In der Summe sind das im Jahr überzeugende 1038 Euro an Einsparungen.

Die drei Erwachsenen sind absolut kein Einzelfall.

Beim Tagesgeld ist nicht ganz so viel drin, die Ergebnisse sind aber immer noch beachtlich. Auf erschreckend vielen Konten der Sparkassen, Volksbanken sowie der großen Privatbanken bekommt man aktuell kaum spürbare 0,01 Prozent Zinsen. Dagegen zahlen die besten Anbieter das Hundertfache, nämlich gut ein Prozent. Die Notreserve auf einem Tagesgeldkonto kann man von einem auf den anderen Tag auf ein besser verzinstes Konto verschieben. Bei 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto bringt die Verschiebung per Mausklick einen Hunderter zusätzlich an Zinsen.

Gleich mehrere der Berliner Haushalte hatten aber nicht nur 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto, sondern sogar knapp 30.000 Euro. Aus 100 werden 300 Euro Zinsen, es sei denn man entscheidet sich, 20.000 der 30.000 Euro für einige Jahre als Festgeld zu 1,4 Prozent anzulegen. Das erhöht die Zinseinnahmen auf 100 + 280 Euro, also 380 Euro, statt 3 Euro bisher.

Natürlich gibt es auch Berliner Familien ohne große Rücklagen. Eine der Familien hatte beispielsweise einen Ratenkredit über 9000 Euro zum Zinssatz von 9,4 Prozent abgeschlossen. Den Kredit hätte die Familie wahrscheinlich auch für 4 Prozent bekommen können. Selbst wenn man die Vorfälligkeitsentschädigung von 90 Euro berücksichtigt, kann diese Familie bei einer Umschuldung des Kredits abhängig von ihrer Bonität im besten Fall über 400 Euro an Zinsen sparen - und das allein im ersten Jahr.

Zu den Kostentreibern in diesem Jahr gehören die Krankenkassen. Diese haben Ihre Zusatzbeiträge im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte erhöht. Singles, die in einer der teuren Kassen versichert sind, können erheblich sparen. Wer zum Beispiel wie ein Berliner Ehepaar jeweils bei der DAK versichert ist und zur preiswertesten Kasse in Berlin wechselt, der HKK, zahlt 0,91 Prozentpunkte weniger Beitrag. Bei jeweils 3000 Euro Bruttogehalt sind das 328 Euro pro Person jährlich.

Sparsame Schwaben aus Stuttgart können sogar noch weitergehen, dort verlangt die preiswerteste Kasse, die Metzinger BKK, noch weniger Beitrag. Bei einem Monatseinkommen von 3000 Euro sind 540 Euro Ersparnis pro Jahr drin.

Fazit: Großstadthaushalte können mit wenigen Entscheidungen mehr als 1000 Euro für die Haushaltskasse gewinnen. Die Kfz-Versicherung noch nicht einmal mit betrachtet.

Die Rekordsumme lag in unseren konkreten Beispielen übrigens bei rund 5000 Euro. Ich selbst habe gerade an meiner Gasrechnung geschraubt. Und jetzt sind Sie am Zug.

Zum Autor
  • Finanztip
    Hermann-Josef Tenhagen (Jahrgang 1963) ist Chefredakteur von "Finanztip". Das Onlineportal ist gemeinnützig. "Finanztip" refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links. Mehr dazu hier.

    Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift "Finanztest" geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der "Tageszeitung". Dort ist er heute ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Bei SPIEGEL ONLINE schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.

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insgesamt 78 Beiträge
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Seite 1
WwdW 16.01.2016
1. das alles mache ich schon seit Jahren
Alles schon erledigt ... Selbst Gebäudeversicherung sollte man hier berücksichtigen und Privathaftplicht ...
charashelgoral 16.01.2016
2. Frage
Ich steige mit diesen ganzen Tarifen nicht durch. Zig mal habe ich schon einen Anlauf genommen. Ganz ehrlich, ich hab dazu weder Zeit noch Nerv. Gibt es eine Beratungsstelle oder ähnliches, zu der ich mit meinen Strom-, Kabel-, Telefon-, Mobilrechnungen gehen kann und die mir dann die besten Tarife vorschlagen? Herzlichen Dank für jeden Tipp und ein schönes Wochenende!
Klum1979 16.01.2016
3. Wechsel des Stromanbieters
Den Stromanbieter zu wechseln ist heutzutage ganz einfach. Auch muss niemand Angst haben, einige Tage keinen Strom mehr zu haben. Denn jeder Stromanbieter unterliegt einer Versorgungspflicht. In Deutschland gibt es etwa 1000 Stromanbieter unter denen man wählen kann. Der neue Stromanbieter kümmert sich dann um die Details ( www.immobilien-einblick.de/strom ). Kunden mit Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe können seit 2010 ebenfalls wechseln und sind nicht mehr von dem örtlichen Versorger abhängig. Das spart evtl. mehrere hundert Euro. Gibt es für Haushaltsstrom und Heizstrom unterschiedliche Stromzähler, können auch zwei unterschiedliche Versorger ausgewählt werden. Je nach Stadt / Region gibt es unterschiedliche Anbieter für Heizstrom-Tarife bzw. bundesweite Angebote (durchschnittlich kann ein Kunde zwischen 20 Tarifen wählen). Beim Wechsel des Stromanbieters sollte auf die folgenden Punkte geachtet werden: Preisgarantien / Vorkasse / Wechselprämien / Paketpreise / Kündigungsfristen und Anschlusslaufzeiten / Bonuszahlung / Abschläge / Abrechnung / Bonität des Stromanbieters / Zeitvariable Stromtarife / Zahlungsweise.
arago 16.01.2016
4. Einsparungen?
Der Autor hat die Versicherungen vergessen. Da lohnt sich kein Preisvergleich, sondern einfach mal eine Umfrage im Bekannten- und Kollegenkreis: Wer hat schon einmal bei Rechtsschutz, Unfall oder ähnlichen Versicherungen im Versicherungsfall anstandslos größere Beträge erstattet bekommen? Gefühlt finanzieren diese Unternehmen mit unseren Beiträgen nur ihre Rechtsabteilungen...
marthaimschnee 16.01.2016
5.
Also jetzt mal ganz ehrlich, wer alleine mit diesen Maßnahmen 5000 Euro sparen kann, der verdient es offensichtlich, abgezockt und ausgeplündert zu werden. Ich könnte vielleicht ein-, zweihundert Euro beim Strom sparen, allerdings wäre das mit einer Leistungsverschlechterung (Vorkasse) verbunden, die ich nicht haben will. Oder beim Telefon vom Telekom Komplettpaket zu einem der Wettbewerber. Aber leider ist der TK-Anbieterwechsel in Deutschland immer mit der Chance auf den Kommunikations-SuperGAU verbunden und deswegen: "Never change a running System". Auch das Verschieben von Geld ist bei weitem nicht so einfach, dafür braucht man nämlich zunächst mal ein Konto bei der Zielbank. Bei mir heißt das, wegen PostIdent 15 km Weg zu nächsten Postfiliale, die immer dann geöffnet hat, wenn ich keine Zeit hab. Und dann geht es da ja nicht immer um Unterschiede im Prozentbereich, sondern meist um Prozentbruchteile. 0,1% bei 10000 Euro sind dann nur noch 10 Euro im Jahr, wo sich dann schon die Frage stellt, ob das den Aufwand rechtfertigt.
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