Gehälter von Regierungschefs: Merkel verdient fast am besten

Angela Merkel kann sich eigentlich nicht beschweren: 261.500 Euro verdient die deutsche Bundeskanzlerin, wenn man der Unternehmensberatung Hay-Group glauben darf. Nur ein europäischer Regierungschef hat demnach ein noch höheres Gehalt als Merkel, wie eine Zeitschrift berichtet.

Berlin - Nach einem Ranking der Zeitschrift "Cicero" verdient nur der britische Premier Tony Blair mehr als Merkel, die laut der Unternehmensberatung Hay-Group auf 261.500 Euro im Jahr kommt. Blair bekommt demnach sogar 268.500 Euro im Jahr. Dagegen erscheinen die Regierungschefs aus der Slowakei, der Tschechischen Republik oder aus Polen fast wie Geringverdiener - so verdiene der noch amtierende slowakische Ministerpräsident, Mikulas Dzurinda, nur 39.100 Euro im Jahr, heißt es in dem Bericht. 

Ein internationaler Vergleich sei aber schwierig, räumt die Zeitschrift ein. Unterschiedliche Besteuerung, verschiedene Regelungen der Altersvorsorge und variierende Zulagen machten eine gemeinsame Datengrundlage kompliziert.

Verglichen mit Spitzenpositionen außerhalb der Politik sehe Merkels Gehalt allerdings nicht mehr allzu üppig aus, hieß es weiter. Der Untersuchung zufolge verdient die Kanzlerin nur 15 Prozent eines Einkommens, das sie in der Privatwirtschaft erzielen könnte. So kassierte etwa Allianz-Chef Michael Diekmann im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann brachte es sogar auf satte 11,9 Millionen Euro.

Trotzdem stehen die Gehälter deutscher Politiker immer wieder in der öffentlichen Kritik. Ein Bundestagsabgeordneter bekommt derzeit 7009 Euro im Monat sowie 3589 Euro als steuerfreie Kostenpauschale. Doch es ist weniger dieses Grundgehalt, das für Unmut in der Bevölkerung sorgt, sondern die teils üppigen Nebenverdienste von Abgeordneten, die gleichzeitig Rechtsanwälte oder Berater sind.

Eigentlich müssen die Politiker solche zusätzlichen Einnahmen inzwischen offen legen - nach einer heftigen öffentlichen Debatte um Abfindungen oder Gehaltszahlungen von Konzernen der Energie- und Autobranche an mehrere Politiker wurde dies vom Bundestag beschlossen. Mehrere Abgeordnete, darunter auch der CDU-Politiker Friedrich Merz, klagten aber inzwischen gegen diese Offenlegungspflicht vor dem Bundesverfassungsgericht. Bundestagspräsident Norbert Lammert verschob deshalb die Veröffentlichung der ihm bereits vorliegenden Daten.

ase/reuters

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