Geldautomaten Neun von zehn spucken Euro aus

Die Umstellung der Geldautomaten auf die neue Währung ist in Deutschland rasch und ohne nenneswerte Probleme verlaufen.


Frankfurt am Main - Bis zum Mittag erwartet die EZB bereits eine Quote von deutlich über 70 Prozent. "Wir rechnen in Deutschland mit einer sehr, sehr raschen Umstellung, da die Automaten überwiegend modern sind", sagte ein Sprecher der EZB am Dienstag in Frankfurt. In wenigen Tagen werde die Umstellung in Deutschland vollständig abgeschlossen sein.

In der gesamten Eurozone werde die Umstellungsquote bis zum Mittag zwischen 50 und 85 Prozent erreichen und sich bis zum Abend aber noch deutlich erhöhen. "Danach gibt es nur noch in entlegenen Gegenden keine Euro-Banknoten", sagte er.

In der ersten Nacht des Eurogeldes blieben aber vielerorts noch die alten nationalen Währungen Trumpf. "Die Aufklärung war so gut, dass die Bürger wissen, dass sie sich Zeit lassen können", kommentierte das der Sprecher.

Auch aus Sicht der Banken und Sparkassen hat der Euro in Deutschland einen gelungenen Start hingelegt. Vertreter von Großbanken und des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes berichteten am Neujahrsmorgen von relativ geringen Fehlerquoten bei der Umstellung zehntausender Geldautomaten im gesamten Bundesgebiet. Vor allem direkt nach Mitternacht habe es bei einigen Automaten-Standorten einen regelrechten Ansturm auf das neue Geld gegeben.

So berichtete Holger Schulz vom Sparkassen- und Giroverband, die Umstellung der knapp 20.000 Geldautomaten der Sparkassen sei in der Nacht weitgehend glatt verlaufen. Erste Stichproben zur Nachfrage nach dem Euro hätten vor allem in Berlin einen großen Andrang gezeigt. So habe etwa die Bankgesellschaft Berlin bereits in der ersten halben Stunde nach Mitternacht von rund 200.000 Verfügungen berichtet.

Dresdner-Bank-Sprecher Theis Kiewit sagte in Frankfurt am Main, die mehr als 1.100 Automaten seines Hauses seien um 23.45 Uhr heruntergefahren worden, um 00.22 Uhr am Dienstag seien alle wieder am Netz gewesen. Nur etwa 20 bis 30 Automaten hätten zunächst nicht funktioniert, ein besseres Ergebnis als erwartet, so Kiewit. "Wir sind sehr, sehr zufrieden."

Um Punkt 00.01 Uhr seien insgesamt 150 Automaten der Dresdner Bank am Netz gewesen. Allein in den ersten 60 Sekunden des neuen Jahres seien nur an diesen Automaten 180 Abbuchungen erfolgt. In manchen Geldautomaten-Räumen sei es "brechend voll" gewesen. Am Frankfurter Flughafen habe eine Wechselstube der Bank um neun Uhr geöffnet und es habe gleich lange Schlangen gegeben. Auch die Wechselstube am Brandenburger Tor, die das Geldhaus von Mitternacht bis drei Uhr offen hielt, müsse gut besucht gewesen sein.

Deutsche-Bank-24-Sprecher Klaus Winker berichtete, in der Neujahrsnacht sei alles planmäßig verlaufen. Um Mitternacht seien 98,5 Prozent der Geräte umgestellt gewesen, gegen 11Uhr am Dienstag morgen 100 Prozent der knapp 1700 Geldautomaten. In der ersten halbe Stunde des neuen Jahres seien an diesen Geräten weit über 10.000 Transaktionen getätigt worden. Etwa die Hälfte davon seien Fremdkunden gewesen.

Bei der Commerzbank wurden die 1600 Automaten laut Euro-Beauftragtem Robert Janda zeitgerecht umgestellt. Zehn bis 20 Minuten nach Mitternacht seien fast alle Geräte am Netz gewesen. "Es gab einen Ausfall von einem bis 1,5 Prozent", meinte Janda. Zur Nachfrage könnten gegenwärtig aber noch keine Angaben gemacht werden.

Die rund 700 Geldautomaten der HypoVereinsbank in Deutschland laufen nach Angaben von Pressesprecher Hartmut Pfeifer so wie sonst an Wochenenden auch. Die Nachfrage sei "relativ undramatisch" gewesen.



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