Geldhunger OpenBC drängt eilig an die Börse

Das Kontakte-Portal OpenBC treibt seine Pläne für eine internationale Expansion voran: Nach der umstrittenen Umbenennung in Xing soll der Börsengang folgen – um das Geld für Investitionen auf Märkten wie den USA und Asien einzuspielen.


Frankfurt am Main - Der Betreiber des Online-Kontaktnetzwerkes teilte heute mit: "In Abhängigkeit von der Entwicklung am Kapitalmarkt ist ein Börsengang innerhalb der nächsten sechs Monate geplant." Nach Informationen der Nachrichtenagentur Dow Jones favorisiert OpenBC aber einen Börsengang noch im laufenden Jahr.

Das Unternehmen strebt eine Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse an. Als Konsortialführer treten die Deutsche Bank und Lehman Brothers. Angaben zum Volumen des Börsenganges wurden nicht gemacht.

Firmengründer Hinrichs: Bisher nutzen nur 13 Prozent der Mitglieder die kostenpflichtigen Angebote

Firmengründer Hinrichs: Bisher nutzen nur 13 Prozent der Mitglieder die kostenpflichtigen Angebote

Mit dem Gang an den Kapitalmarkt will das Unternehmen vor allem das weitere Wachstum unterstützen. "Nach dem Börsengang haben wir die Möglichkeit, unsere Aktie als Akquisitionswährung einzusetzen", sagte OpenBC-Gründer und -Vorstandschef Lars Hinrichs. Dies sei Teil der geplanten Wachstumsstrategie. Beim internationalen Wachstum konzentriere sich das Unternehmen vor allem auf die Regionen Europa, USA und Asien.

OpenBC setzt auf ein beitragsfinanziertes Geschäftsmodell. Derzeit nutzen rund 13 Prozent der 1,5 Millionen Mitglieder das kostenpflichtige, erweiterte Leistungsangebot der Premium-Mitgliedschaft. Die Zahl der Premium-Mitglieder solle auch durch die Einführung neuer Funktionen der Plattform weiter gesteigert werden. Die Mitgliederzahl sei im dritten Quartal 2006 um rund 23 Prozent gewachsen, hieß es.

Risikokapital-Geber können Kasse machen

OpenBC betreibt eine Drehscheibe im Internet, über die Kontakte, Aufträge, Mitarbeiter, Jobs, Kunden und Ideen ausgetauscht würden. Das Unternehmen wird im Zuge des angekündigten Relaunches Ende dieses Monats in Xing umgetauft.

Die Firma plant, im Rahmen des beabsichtigten Börsengangs Aktien an bestimmte Mitglieder bevorrechtigt zuzuteilen. Dazu gehörten unter anderem zahlende Premium-Mitglieder, Moderatoren und besonders engagierte Mitglieder, die jeweils bereits am 1. Oktober 2006 Premium-Mitglied gewesen seien.

Wie Hinrichs weiter sagte, werden die Altaktionäre ihre Anteile im Rahmen des Börsenganges nicht komplett verkaufen. Nähere Einzelheiten zu den finanziellen Details des Börsenganges wollte er nicht nennen.

Eine Gruppe von Privatinvestoren aus dem Investorenkreis der schweizerischen BrainsToVentures hatte im Mai 2004 in die Open Business Club GmbH investiert. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. BrainsToVentures betreut eigenen Angaben zufolge unternehmerischen Privatinvestoren, die ihr Kapital, Netzwerk und Expertise in schnell wachsende Unternehmen investieren.

Im November 2005 hatte OpenBC weitere rund 5,7 Millionen Euro Risikokapital erhalten. Angeführt wurde diese Finanzierungsrunde von dem Venture-Capital-Unternehmen Wellington Partners. Daneben beteiligten sich aber auch die Altinvestoren von BrainsToVentures an dieser Transaktion

itz/Dow Jones



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