Gen-Milch-Streit Müller bezeichnet Greenpeace als Glaubensgemeinschaft

Greenpeace darf Produkte des Milch-Konzerns Müller weiterhin ungestraft als "Gen-Milch" bezeichnen. Müller sprach von einer haltlosen Angstkampagne und kündigte weitere juristische Schritte an. Greenpeace plant indes neue Aktionen.


Greenpeace-Aktivistin mit beklebten Müller-Becher: Gen-Soja in der Molke
DDP

Greenpeace-Aktivistin mit beklebten Müller-Becher: Gen-Soja in der Molke

Köln - Der Begriff "Gen-Milch" sei mehrdeutig und als freie Meinungsäußerung zu werten, befanden die Richter. Weil Müller die Milch von Kühen verarbeite, die gentechnisch verändertes Futter fräßen, sei der Ausdruck "Gen-Milch" gerechtfertigt, entschied das Oberlandesgericht Köln am Donnerstag. Greenpeace stelle zudem darauf ab, dass Betriebe der Klägerin Müller Milch keine Kontrollen der eingesetzten Futtermittel vornähmen.

Das Milch-Unternehmen erlitt damit in dem Berufungsverfahren teilweise eine Niederlage. Allerdings verboten die Richter den Umweltschützern, Müller-Produkte in Supermärkten mit Warnaufklebern zu versehen. Durch die Aufkleberaktion habe Greenpeace in unzulässiger Weise auf Entscheidungen der Verbraucher eingewirkt. Die gelb-schwarzen Warnaufkleber führten zur Gefahr der Stigmatisierung der Müller-Produkte, die nicht durch zusätzliche Informationen für den Konsumenten aufgefangen werde.

Greenpeace hatte in einer groß angelegten Kampagne und auf einer eigens geschalteten Webseite auf den Umstand hingewiesen, dass in Müllers Milchprodukten bei Tests Spuren von genetisch modifiziertem Soja gefunden worden waren.

Müller erklärte in einer Pressemitteilung, dass Greenpeace "keine objektiven Wahrheiten verbreitet, sondern eine eigene und aus wissenschaftlicher Sicht falsche Meinung". Die Umweltschützer seien nicht als Verbraucherschutzorganisation zu betrachten, sondern als eine Art von Sekte. Greenpeace sei eine "Glaubensgemeinschaft".

Nach Müllers Darstellung bestätigte das Oberlandesgericht zentrale Aspekte der einstweiligen Verfügung, die das Unternehmen im Sommer gegen Greenpeace erwirkt hatte. "Das ist eine klare Schlappe für Müller", sagte dagegen Carmen Ulmen, Gentechniksprecherin von Greenpeace. Die Organisation werde sofort mit Aktionen außerhalb von Supermärkten beginnen.



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