Gerüchte über Osram-Abspaltung Siemens-Aktie schießt nach oben

Der Siemens-Konzern könnte sich von seiner traditionsreichen Tochter Osram trennen. Dieses Gerücht kursiert zumindest an der Börse - die Siemens-Aktie hat sich deutlich verteuert.


München - "Hier kursiert, dass Siemens Chart zeigen im Moment in New York auf Roadshow ist und sich in der nächsten Woche in London mit allen Top-Investoren trifft", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. "Es soll um einen Börsengang von Osram gehen."

Weder Siemens noch die Lichttechnik-Tochter Osram wollten sich dazu äußern. Die Reaktion der Börse hingegen war deutlich: Siemens-Papiere legten 3,4 Prozent auf 97,69 Euro zu.

Über eine Trennung von Osram war bereits in der Vergangenheit immer wieder spekuliert worden. Ein Börsengang oder ein Verkauf der traditionsreichen Osram-Sparte würde der erklärten Strategie von Konzernchef Peter Löscher entsprechen.

Der Manager will Siemens auf die Zweige Industrie, Energie sowie Infrastruktur- und Medizintechnik reduzieren und hat deshalb bereits die Autozuliefersparte VDO an Continental verkauft. Osram fertigt Leuchtmittel von der Glühbirne bis zur Leuchtdiode und verkauft auch einen großen Teil seiner Produkte an die Automobilindustrie.

Finanzchef Joe Kaeser hatte Anfang August in einem Zeitungsinterview zur Zukunft der Tochter erklärt: "Organisatorisch wäre ein Börsengang sehr rasch möglich. Aber es gibt derzeit keine Absichten oder Pläne." Osram stehe für Energieeffizienz und Umwelttechnik, wovon auch Siemens-Bereiche wie Gebäudetechnik oder Anlagenbau profitierten. Allerdings hatte Kaeser zu Jahresbeginn im Zuge der ursprünglichen Börsenpläne für VDO auch angekündigt, Siemens werde langfristig die industrielle Führung der Autozuliefersparte behalten. Trotzdem wurde VDO verkauft.

wal/Reuters



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