Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Geschädigte Patienten: Gerichte beschränken Macht der Pharma-Industrie

Waffengleichheit zwischen Industrie und Patienten: Nach Informationen des SPIEGEL haben mehrere Gerichte die Rechte kranker Menschen gestärkt - und Pharmaunternehmen dazu verurteilt, ihre internen Unterlagen über Nebenwirkungen und Erkrankungen an geschädigte Patienten herauszugeben.

Hamburg - Bisher weigerten sich die Hersteller von Arzneimitteln häufig, firmeninterne Informationen über schädliche Nebenwirkungen und bekanntgewordene Erkrankungen potentiellen Opfern zugänglich zu machen - jetzt haben nach Informationen des SPIEGEL Geschädigte sogenannte Auskunftsklagen gewonnen.

So hat das Landgericht Berlin einer Klägerin gegen MSD Sharp & Dohme, die nach der Einnahme von Vioxx schwere Herzprobleme bekommen hatte, das Recht auf Auskunft gegeben.

Das Kölner Landgericht verurteilte zudem den Pharmahersteller Pfizer, interne Dokumente herauszugeben. Ein Witwer hatte geklagt, dessen Frau nach der Einnahme eines Antidepressivums Selbstmord begangen hatte.

Mit diesen Urteilen ist eine Art Waffengleichheit zwischen der Industrie und Patienten hergestellt worden.

Grundlage dafür war eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem vergangenen Jahr. Die Richter hatten in ihrem Beschluss zu einem Vioxx-Fall die Rechte der potentiellen Medikamentenopfer gestärkt, um ein "weitgehendes Leerlaufen" der Haftung bei Arzneimittelschäden zu vermeiden.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: