Geschäftsklima Von wegen Aufschwung - es geht abwärts

Neuer Dämpfer für alle Konjunktur-Optimisten: Der viel beachtete ifo-Index für das Geschäftsklima ist im April völlig unerwartet noch einmal gesunken. Eine Wende zum Besseren sei immer noch nicht in Sicht, so ifo-Chef Hans-Werner Sinn.


Export-Terminal in Bremerhaven: Das schnelle Ende des Irak-Krieges hat keine Entspannung gebracht
AP

Export-Terminal in Bremerhaven: Das schnelle Ende des Irak-Krieges hat keine Entspannung gebracht

München - Der Index sei von 88,1 Punkten im Vormonat auf 86,6 Punkte gesunken, teilte das ifo-Institut am Montag in München mit. Volkswirte hatten hingegen im Durchschnitt mit einem leichten Anstieg auf 88,6 Punkte gerechnet.

Damit ist der ifo-Index den zweiten Monat in Folge gesunken und hat den niedrigsten Wert in den letzten 13 Monaten erreicht. "Die Anzeichen für eine Wende zum Besseren sind in Deutschland weiter ausgeblieben", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Die Eintrübung des Geschäftsklimas erfasse nahezu alle Branchen, so das Institut. Überdurchschnittlich kräftig sei der Rückgang in der Industrie ausgefallen, sagte Sinn. Etwas geringer seien die Rückgänge im Einzelhandel und im Bauhauptgewerbe. Lediglich im Großhandel sei es zu einer leichten Stimmungsbesserung gekommen.

Erleichterung nach Kriegsende bleibt aus

Das Institut ermittelt den Index einmal monatlich durch eine Befragung unter 7000 Unternehmen in Deutschland. Im März war der wichtige Frühindikator für die deutsche Wirtschaft bereits von 88,9 Punkten auf 88,1 Punkte gesunken.

Die Einschätzung zu den Auswirkungen des Irak-Krieges war in dem März-Index aber noch nicht enthalten, da die meisten Unternehmen bereits vorher befragt worden waren. Im April spiegeln sich daher erstmals die Auswirkungen des Krieges wider. Experten hatten eigentlich erwartet, dass der rasche Sieg der US-geführten Truppen zu einem Anstieg des Index führen würde.



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