Gesetzentwurf Koalition führt Krankengeld für Selbständige wieder ein

Die große Koalition nimmt Einschnitte beim Krankengeld für gesetzlich versicherte Selbständige wieder zurück. Wie alle Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung sollen sie von der siebten Krankheitswoche an einen Anspruch auf die Lohnersatzleistung erhalten.


Berlin - Gute Nachricht für Selbständige und Gelegenheitsarbeiter. Dem neuen Gesetzentwurf zufolge sollen sie künftig wieder die gleichen Ansprüche haben, wie normale Festangestellte - vorausgesetzt, sie bezahlen den normalen Kassenbeitrag in Höhe von 15,5 Prozent. Betroffen sind rund eine Million Bürger.

Selbständige sowie Arbeitnehmer mit Kurzzeitverträgen hatten im Zuge der Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar ihren Anspruch auf Krankengeld verloren. Sie müssen sich dafür durch eine private Zusatzpolice oder einen speziellen Wahltarif ihrer Kasse versichern oder ganz auf diese Leistung verzichten.

Allerdings hatte sich herausgestellt, dass gerade für ältere Versicherte die privaten Zusatzabsicherungen oft sehr teuer sind und viele gesetzliche Kassen keinen passenden Wahltarif anbieten. Daher sollen die Betroffenen nun wählen können, ob sie den normalen Beitragssatz an ihre Kasse zahlen und das gesetzliche Krankengeld beziehen können. Alternativ sollen sie einen Tarif mit ermäßigtem Beitrag wählen können, müssten dann aber auf die finanzielle Absicherung verzichten.

Nach wie vor aber besteht eine Lücke für Selbständige in der Krankheitsphase vor der siebten Woche, in der abhängig Beschäftigte die gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung von ihrem Arbeitgeber erhalten. Unter dem alten Recht hatten einige Kassen Selbständigen schon zu einem früheren Zeitpunkt Krankengeld gewährt.

Nach Angaben aus Koalitionskreisen soll über Details des Krankengeldes weiterverhandelt werden. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezeichnete die Lösung der Koalition als guten Schritt. Die Versorgungsmöglichkeiten für freiwillig gesetzlich Versicherte würden dadurch ausgeweitet. SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann sagte, ihre Partei sei mit der Nachbesserung zufrieden.

mik/Reuters



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