Gewerkschafts-Forderung 31-Stunden-Woche für Banker

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Strategie vorgeschlagen, um drohende Massenentlassungen bei Deutschlands Großbanken zu verhindern. Die Banker sollen pro Woche acht Stunden weniger arbeiten.


Deutsche Bank in Frankfurt: Allein beim Branchenprimus sollen nach eigenen Zahlen 7100 Stellen wegfallen
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Deutsche Bank in Frankfurt: Allein beim Branchenprimus sollen nach eigenen Zahlen 7100 Stellen wegfallen

Berlin - Solch eine drastische Verkürzung der Arbeitszeit könnte aus der Sicht der Dienstleistungsgewerkschaft den geplanten Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen bei den Großbanken in Deutschland verhindern. Die Beschäftigten würden die niedrigeren akzeptieren, wenn die Banken im Gegenzug auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Hinrich Feddersen am Sonntag.

Eine entsprechende freiwillige Betriebsvereinbarung gebe es bereits bei der Dresdner Bank, und nun sollten auch Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank folgen, sagte der Gewerkschafter. Die vier Banken hatten in den vergangenen Wochen international 27.400 Stellenstreichungen angekündigt.

Eine direkte Umrechnung der Arbeitszeitverkürzung auf die Bezüge lehnte Feddersen jedoch ab. Dies entspräche rund 20 Prozent Gehaltsverlust und sei nicht akzeptabel. "Angesichts der überwiegend immer noch guten Gewinnlage der Banken müssen sie mindestens die Hälfte der Kosten dieser Arbeitszeitverkürzung übernehmen. Eine sozialverträgliche Staffelung nach Gehaltshöhe sollte durchgesetzt werden", forderte er.

Feddersen warnte die Banken vor einem überstürzten Personalabbau, denn schließlich agierten sie in Wachstumsmärkten. Wenn später die Bank- und Börsengeschäfte wieder anzögen, würde qualifiziertes Personal fehlen.



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