GfK-Konsumklima Kauflaune steigt auf höchsten Stand seit einem Jahr

Die Deutschen trotzen der Rezession - und hoffen auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt. Nach den jüngsten Erhebungen hat sich das Konsumklima verbessert. Der GfK-Index kletterte von 2,6 auf nun 2,9 Punkte.


Berlin - Die Laune der Verbraucher ist in Deutschland überraschend stark gestiegen. Anders als von Experten vorhergesagt, stieg der Konsumklima-Index der Gesellschaft für Konsumforschung für Juli deutlich an. Grund sei die derzeitige Inflationsrate von null Prozent, teilten die Nürnberger Marktforscher am Dienstag mit.

"Die Konsumlaune der Deutschen hat sich auf breiter Front verbessert", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Marktforscher gehen aber davon aus, dass sich mit dem erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten das Konsumklima wieder verschlechtern dürfte.

"Nachdem sich zuletzt die Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt verdichtet haben, verstärken sich die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur bei den Verbrauchern", erklärte die GfK zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Menschen. Mit der Verschärfung der Finanzkrise im Sommer 2008 war das Konsumklima auf 1,5 Punkte eingebrochen und damit auf den tiefsten Stand seit dem Rezessionsjahr 2003. Zum Vergleich: In Boomzeiten Ende 2006 lag der Indikator noch bei 9,1 Zählern. Seit Herbst kletterte das Barometer dank des noch robusten Arbeitsmarktes und der Aussicht auf stabile Preise in kleinen Schritten nach oben.

Im Mai sank die Inflationsrate in Deutschland erstmals seit 22 Jahren wieder auf null. Deshalb schätzten die Bürger ihre künftige finanzielle Lage positiver ein, erklärte die GfK. Zudem habe sich - auch wegen der Abwrackprämie - ihre Bereitschaft erhöht, teure Güter zu kaufen wie Autos, Fernseher, Sofas. Die sogenannte Anschaffungsneigung der Verbraucher verbesserte sich um zwei auf 14,5 Punkte. Der Einzelhandel spürt davon bisher allerdings wenig. Der Branchenumsatz lag von Januar bis April deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Das GfK-Teilbarometer für die Konjunktur stieg im Juni den dritten Monat in Folge um 5,7 auf minus 22,6 Punkte. Die Konsumenten gingen offensichtlich davon aus, dass der starke Konjunktureinbruch "nach und nach gestoppt werden kann", hieß es. Auch die 7000 vom Ifo-Institut befragten deutschen Firmen hatten sich optimistisch zu einer Stabilisierung der Wirtschaft geäußert.

Davon profitiert auch die Einkommenserwartung der Verbraucher. Dieser GfK-Wert stieg um sechs auf minus 3,3 Punkte. Für Rückenwind habe hier vor allem die sinkende Inflation gesorgt, erklärte die GfK. Dies wirke der sich langsam ausbreitenden Angst vor dem Jobverlust entgegen. "Allerdings ist davon auszugehen, dass mit der prognostizierten Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt auch diese Sorge stärker wird und die Einkommensaussichten auf eine große Belastungsprobe stellt."

cte/Reuters/dpa-AFX/ddp



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